Ausgerechnet ein Deutscher. Die Aufregung in England war riesig, als Thomas Tuchel neuer Anführer der Three Lions wurde. Die perfekte WM-Quali beruhigte die chronisch nervöse Fußball-Öffentlichkeit auf der Insel zwar ein wenig, doch zuletzt nahm das Genörgel über Tuchels manchmal unkonventionelle Maßnahmen wieder zu. Dass der Verband den Vertrag des 52-Jährigen zuletzt ohne große Not vorzeitig bis zur Heim-EM 2028 verlängerte, kam ebenfalls nicht überall gut an. Der Druck auf den ehemaligen Bayern- und BVB-Coach vor der WM ist nun umso größer, das Ziel ist klar. Er wolle dem Trikot der englischen Nationalmannschaft einen "zweiten Stern" hinzufügen, hatte Tuchel bei seinem Amtsantritt angekündigt.
Mit links, mit rechts, per Kopf, vom Elfmeterpunkt – ganz egal. Harry Kane ist in diesem Jahr vermutlich in der Form seines Lebens, der Bayern-Star trifft, wie er will. Mit 32 Jahren scheint er den perfekten Mix aus Kraft und Finesse gefunden zu haben. Seinen Titelfluch beendete der Familienvater in München endlich, nun soll er auch für England die ganz wichtigen Treffer liefern – und dürfte nach dem bitteren Halbfinal-Aus in der Champions League umso motivierter sein. "Für mich ist er die beste englische Nummer 9 aller Zeiten", sagt Wayne Rooney.
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Die Sehnsucht nach dem WM-Titel ist grenzenlos. 60 Jahre nach dem legendären Triumph von Wembley soll das große Warten ein Ende haben, England gilt dank seiner Ausnahmekönner wie Kane, Jude Bellingham oder Cole Palmer als Mitfavorit. Bei der WM 2018 und den beiden letzten Europameisterschaften sind die Three Lions auf dem Weg zum Titel jeweils nur knapp gescheitert, diesmal soll unbedingt die Sehnsucht gestillt werden. 60 Jahre nach Wembley.