Er war einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten. Auch nach seinem Tod im Juni 2009 verdient Michael Jacksons Nachlass weiterhin gewaltige Summen.
Doch ausgerechnet seine eigenen Kinder sind mit der Verwaltung des Vermögens alles andere als zufrieden.
Paris Jackson hat deshalb einen Antrag bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht. Darin verlangt die 28-Jährige, dass rund 600 Millionen Dollar aus dem Nachlass ihres Vaters in einen Familientreuhandfonds übertragen werden.
Das Geld soll nicht allein an sie fließen, sondern ihr und ihren Brüdern Prince (29) und Bigi (24) zugutekommen.
Der Vorwurf der Jackson-Tochter hat es in sich: "Mehr als 17 Jahre nach seinem Tod ist Michael Jacksons Familientreuhandfonds noch immer nicht finanziert", heißt es sinngemäß in dem Gerichtsantrag. Dabei soll der Nachlass seit dem Tod des Popstars Einnahmen in Milliardenhöhe erwirtschaftet haben.
Laut den Anwälten von Paris war vorgesehen, dass die drei Geschwister bereits ab ihrem 21. Geburtstag regelmäßige Einkünfte aus dem Fonds erhalten. Mit 30, 35 und 40 Jahren sollten weitere Teile ihres Erbes verfügbar werden.
Doch diese Regelung sei bislang nicht wie geplant umgesetzt worden, behauptet Paris. Stattdessen seien die Geschwister weiterhin davon abhängig, wie viel Geld ihnen Nachlassverwalter John Branca zur Verfügung stellt.
Besonders brisant sind die Summen, die in den Gerichtsunterlagen genannt werden. Das gesamte Jackson-Vermögen soll mittlerweile einen Wert von zwei bis drei Milliarden Dollar haben. Allein Ende 2024 sollen rund 850 Millionen Dollar an Bargeld und vergleichbaren Vermögenswerten vorhanden gewesen sein.
Paris argumentiert deshalb, dass nach Berücksichtigung möglicher Verpflichtungen mindestens 600 Millionen Dollar in den Familientreuhandfonds übertragen werden könnten.
Zu den lukrativen Geschäften der vergangenen Jahre zählen unter anderem der Verkauf von Musikrechten sowie der Verkauf der berühmten Neverland-Ranch.
Doch John Branca und die Nachlassverwaltung widersprechen den Vorwürfen entschieden. Sie erklären, dass mehrere rechtliche Angelegenheiten noch nicht abgeschlossen seien.
Besonders kompliziert sei ein langjähriger Steuerstreit mit der US-Behörde IRS. Dabei ging es ursprünglich um Forderungen von rund 700 Millionen Dollar.
Zwar konnte die Nachlassverwaltung vor Gericht eine deutliche Reduzierung erreichen, vollständig abgeschlossen sei der Fall aber noch nicht. Dass die Kinder kein Geld erhalten hätten, weist die Verwaltung entschieden zurück.
Mehr als 200 Millionen Dollar seien bereits zugunsten der Begünstigten ausgeschüttet worden, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem US-Magazin "People". Die Behauptung, man habe Zahlungen zurückgehalten oder gekürzt, sei "völlig frei erfunden".
Die 28-Jährige lässt diese Erklärung allerdings nicht gelten. Ihr Sprecher wirft der Nachlassverwaltung vor, von eigenen Versäumnissen abzulenken.
Paris habe lediglich verlangt, dass der Fonds zumindest teilweise mit Geld ausgestattet werde. Das hätte nach ihrer Auffassung längst geschehen können.
Schon in den vergangenen Monaten war es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen der Jackson-Tochter und den Verwaltern gekommen.
Unter anderem kritisierte sie die Höhe der Vergütungen, die aus dem Nachlass bezahlt werden.
Nun liegt der Streit beim Gericht.
Für den 4. Dezember ist eine Anhörung angesetzt. Dann soll über den Antrag auf Übertragung der 600 Millionen Dollar beziehungsweise einer anderen angemessenen Summe beraten werden.
Ob Paris und ihre Brüder tatsächlich Zugriff auf das geforderte Vermögen erhalten, ist noch offen.