Seit Jahresbeginn ist der vergünstigte Senioreneinzelschein der Wiener Linien Geschichte. Statt 1,50 Euro kostet die Einzelfahrt für Seniorinnen und Senioren nun 3,20 Euro. Die ÖVP kritisierte schon vor ein paar Tagen die Abschaffung, verweist auf Millionen verkaufte Tickets. Jetzt reagieren die Wiener Linien auf die Vorwürfe.
Rund 3,7 Millionen vergünstigte Seniorentickets wurden im Jahr 2025 noch verkauft. Insgesamt sollen zwischen 2022 und 2025 rund 12,8 Millionen Fahrscheine dieser Art abgesetzt worden sein. Der Preis einer Einzelfahrt habe sich für sie mehr als verdoppelt, kritisiert ÖVP-Seniorensprecherin Ingrid Korosec.
Die Wiener Linien begründen die neue Tarifstruktur damit, dass vor allem jene Menschen entlastet werden sollen, die regelmäßig in Wien mit den Öffis unterwegs sind. Während der ermäßigte Einzelfahrschein auch von Touristen und Nicht-Wienern genutzt werden konnte, richte sich die ermäßigte Jahreskarte gezielt an Wienerinnen und Wiener.
Mit der Jahreskarte Senior können ältere Fahrgäste das gesamte Netz umgerechnet für 80 Cent pro Tag nutzen. Aktuell besitzen laut Wiener Linien bereits mehr als 150.000 Wiener Senioren eine solche Jahreskarte – knapp ein Drittel aller in Wien lebenden Senioren.
Die Jahreskarte für Senioren ab 65 Jahren ist online schon um 294 Euro erhältlich – die Karte wird dabei nur in der App gespeichert. Will man das Senioren-Jahresticket weiterhin als Plastikkarte im Geldbörserl haben, werden 300 Euro bei Einmalzahlung fällig.
"Menschen mit geringem Einkommen können auch weiterhin den Mobilpass der Stadt Wien beantragen. Damit stellt die Stadt sicher, dass Mobilität für alle leistbar bleibt und Unterstützung dort ankommt, wo sie tatsächlich gebraucht wird", so die Wiener Linien.
Ein erheblicher Teil der ermäßigten Seniorentickets sei außerdem von Personen gekauft worden, die nicht in Wien wohnen. Bei über Web und App verkauften Senioreneinzeltickets lag deren Anteil zuletzt bei 41 Prozent. Bei analogen Tickets sei eine genaue Erhebung schwieriger, die Wiener Linien gehen aber von einem zumindest ähnlichen Anteil aus.
Die Weiterführung des ermäßigten Senioren-Einzelfahrscheins hätte Folgen für andere Gruppen gehabt. Aus Gründen der Gleichbehandlung hätten dann auch ermäßigte Einzelfahrscheine für alle unter 26-Jährigen sowie Menschen mit Behinderung angeboten werden müssen. Laut Wiener Linien hätte das einen zusätzlichen Subventionsbedarf von rund 11 Millionen Euro pro Jahr bedeutet.