Für 450 Schüler

Trotz Anrainer-Protest – Schule neben Gemeindebau kommt

Gegen die geplante Volksschule in der Neilreichgasse regte sich heftiger Widerstand. Jetzt hat der Wiener Gemeinderat grünes Licht gegeben.
Wien Heute
29.09.2026, 09:12
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Jetzt ist die Entscheidung gefallen: Der Wiener Gemeinderat hat den Realisierungsantrag für die neue Ganztagsvolksschule in der Neilreichgasse 126 in Favoriten beschlossen. Im Stadtentwicklungsgebiet Wienerfeld West soll bis September 2029 eine 17-klassige Schule für rund 450 Kinder entstehen.

Das Projekt hatte bereits Ende 2024 für heftigen Widerstand in der benachbarten Otto-Probst-Siedlung gesorgt. Anrainer gründeten eine Bürgerinitiative und sammelten nach damaligen Angaben rund 600 Unterschriften gegen den Standort – "Heute" berichtete.

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Auf dieser Wiese soll die neue Schule errichtet werden.
Sabine Hertel

Anrainer fürchteten Lärm und Verkehr

Die Bewohner kritisierten vor allem, dass die Schule unmittelbar vor bestehenden Gemeindebauten errichtet werden soll. Sie befürchten mehr Verkehr, Lärm und Vermüllung sowie weniger Sonnenlicht in ihren Wohnungen.

Denn der Schulbau sollte ursprünglich den Gemeindebau überragen. "Die Mieter der betroffenen umliegenden Häuser werden deutlich weniger Sonnenlicht erhalten", kritisierten Anrainer damals gegenüber "Heute".

Platz für rund 450 Kinder

Auch der Verlust der bestehenden Grünfläche war ein Thema. Die Wiese, auf der die Schule gebaut wird, wurde von Kindern zum Spielen und Fußballspielen genutzt. Die Bürgerinitiative verwies zudem auf die dortige Tierwelt, darunter geschützte Hamster und Fledermäuse.

Nun ist das Projekt einen entscheidenden Schritt weiter. Die neue Ganztagsvolksschule soll 17 Klassen umfassen, darunter mehrere Integrationsklassen. Geplant ist ein sogenanntes räumlich-pädagogisches Clusterkonzept. Offene Bildungsräume und Multifunktionsflächen sollen sowohl für den Unterricht als auch für die Freizeit genutzt werden können. Zusätzlich sind eine Bibliothek, Werkräume und ein großer Turnsaal vorgesehen.

So soll die neue GTVS einmal aussehen.
Karl und Bremhorst Architekten

70 Prozent der Freifläche unversiegelt

Letzterer soll nicht nur den Schülern zur Verfügung stehen. Außerhalb der Unterrichtszeiten sollen auch externe Vereine den Turnsaal nutzen können. "Wien wächst, und Favoriten wächst besonders stark. Umso wichtiger ist es, dass die neue Volksschule in der Neilreichgasse jetzt kommt, denn rund 450 Kinder bekommen hier einen Schulplatz in ihrer Nähe", erklärt Bildungs-Stadträtin Bettina Emmerling (Neos) in einer Aussendung.

Auch im Außenbereich sind Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten sowie Rückzugsorte geplant. Laut Stadt sollen rund 70 Prozent der Freiflächen unversiegelt bleiben. Ein Teil davon soll nach Ende des Schulbetriebs auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Hitzeschutz-Maßnahmen geplant

Ein weiteres großes Thema ist der Hitzeschutz. "Wie bei allen Neubauten und Generalsanierungen denken wir auch hier den Hitzeschutz von Anfang an mit, damit Kinder auch an heißen Tagen gut lernen können", so Emmerling. Dafür setzt die Stadt unter anderem auf auskragende Terrassen, außenliegenden Sonnenschutz sowie begrünte Dächer und Fassaden. Eine Photovoltaikanlage soll Strom liefern.

Geheizt und gekühlt werden soll mithilfe von Erdwärme und Bauteilaktivierung. Im Winter werden die Räume damit beheizt, im Sommer soll das Gebäude temperiert und vor Überhitzung geschützt werden.

red,29.09.2026, 09:12