Größtes Renaturierungsprojekt

90 Hektar – Wien macht alten Bahnhof zum Naturjuwel

Auf einem alten Bahnareal in Breitenlee entsteht Wiens größtes Renaturierungsgebiet. Auf 90 Hektar sollen seltene Tiere und Pflanzen geschützt werden.
17.10.2026, 21:55
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Wo einst Züge rangiert werden sollten, sollen künftig seltene Tiere und Pflanzen gedeihen: In Breitenlee entsteht Wiens bisher größtes Renaturierungsgebiet. Auf rund 90 Hektar werden dafür invasive Pflanzen bekämpft und heimische Arten gefördert.

Vom Bahnhof zum Naturjuwel

Das Areal in der Donaustadt hat eine bewegte Geschichte. Während des Ersten Weltkriegs wurde mit dem Bau eines Verschiebebahnhofs begonnen, 1926 wurde das Projekt allerdings eingestellt. Danach diente das Gelände unter anderem als Lagerplatz. Inzwischen hat sich die Natur große Teile des Gebiets zurückerobert – und genau diese Entwicklung soll nun gezielt gefördert werden.

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In Breitenlee wurde mit Beteiligung aller Projektpartner Wiens größtes Renaturierungsprojekt gestartet.
Stadt Wien/Votava

Mit dem EU-geförderten Projekt "LIFE VienNATURA" will die Stadt wertvolle Lebensräume erhalten und wiederherstellen. Auf einer Fläche von rund 90 Hektar, vergleichbar mit der Größe der Josefstadt, sollen seltene Tiere und Pflanzen künftig noch bessere Bedingungen vorfinden.

Goldrute und Götterbaum werden bekämpft

Dafür sind allerdings auch Eingriffe notwendig. Denn invasive Pflanzen wie die Goldrute oder der Götterbaum breiten sich rasch aus und verdrängen heimische Arten. Sie werden deshalb gezielt bekämpft und teilweise durch standorttypische Pflanzen wie Eichen ersetzt. Auch bestehende Gstätten werden dafür bearbeitet und gerodet.

Langfristig sollen wieder blütenreiche Trockenrasen entstehen, wie sie für die pannonische Landschaft typisch sind. Davon profitieren unter anderem Neuntöter, Wiedehopf und Zauneidechse. Auch seltene Orchideen und mehr als 140 Wildbienenarten sind auf dem Gelände zu finden.

"Dieses Gebiet der Natur zurückzugeben, die ursprünglichen pannonischen Trockenrasen für die vielen hier lebenden seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten, ist ein großer Schritt, um die Biodiversität in Wien für die nächsten Generationen zu sichern", erklärt Ferdinand Schmeller, Projektleiter der Wiener Umweltschutzabteilung.

Natur erleben, ohne sie zu stören

Auch für Wienerinnen und Wiener soll das Gebiet künftig ein besonderer Erholungsraum werden. Ein sanftes Wegeleitsystem soll Besucher durch das Gelände führen. Wichtig dabei: In Schutzgebieten dürfen die ausgewiesenen Wege grundsätzlich nicht verlassen werden, damit die geschützte Tier- und Pflanzenwelt ungestört bleibt.

Ein Lehrpfad und ein Informationszentrum in einem ausgedienten Eisenbahnwaggon sollen künftig Wissenswertes über die Artenvielfalt vermitteln. Bei einer Informationsveranstaltung am 14. Oktober konnten sich Anrainer bereits über die geplanten Maßnahmen informieren. Bei einer gemeinsamen Pflanzaktion wurden zudem heimische Pflanzen gesetzt.

"Lebensräume wie jener, der hier geschützt und gefördert wird, sind wertvoll für die Artenvielfalt und gut für die Seele der Wienerinnen und Wiener", betont Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Aus dem alten Bahnareal soll so Schritt für Schritt ein Naturjuwel werden.

red, 17.10.2026, 21:55
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