Ausbau stockt

Ärztemangel und Bürokratie bremsen neue Ärztezentren

Österreich will die Zahl der Primärversorgungseinheiten bis 2030 mehr als verdoppeln. Doch der Ausbau stockt an mehreren Stellen.
17.10.2026, 11:54
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Sie sollen Spitalsambulanzen entlasten und Patienten schneller medizinisch versorgen: Primärversorgungseinheiten (PVE). In Österreich gibt es derzeit 120 solcher Ärztezentren, bis 2030 sollen es 257 werden. Doch der Ausbau stößt auf mehrere Hürden – von Personalmangel über Bürokratie bis hin zu fehlenden Räumlichkeiten.

Die Ärzt:innen Kerstin Wörther, Katja Schattauer und Martin Wurz von der PVE Karmeliterviertel.
Martin Hörmandinger Photography

Wie schwierig das sein kann, zeigt die PVE Karmeliterviertel in der Leopoldstadt. Dort arbeiten mehrere Allgemeinmediziner gemeinsam mit Pflegekräften und weiteren Gesundheitsberufen. Die Einrichtung ist 50 Stunden pro Woche geöffnet, Patienten mit akuten Beschwerden können auch ohne Termin kommen.

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Bürokratie erschwert Ärztesuche

Doch das Modell stößt an seine Grenzen. Vor allem die Suche nach zusätzlichem Personal bereitet Probleme. Die Anstellung weiterer Ärzte ist stark reglementiert, Genehmigungen können sich über Wochen ziehen oder ganz ausbleiben.

"Wenn wir mehr Patient:innen versorgen oder unsere Öffnungszeiten weiter ausbauen wollen, brauchen wir zusätzliche Ärzt:innen. Genau hier stoßen wir aber an Grenzen", kritisiert Allgemeinmedizinerin Kerstin Wörther. Besonders problematisch: Selbst junge Ärzte, die in der Einrichtung ausgebildet werden, können nicht ohne Weiteres übernommen werden.

Zweieinhalb Jahre auf Standortsuche

Auch geeignete Räumlichkeiten sind Mangelware. Die PVE Karmeliterviertel musste rund zweieinhalb Jahre nach einem passenden Standort suchen. Größere, barrierefreie und gleichzeitig leistbare Flächen seien gerade in Wien schwer zu finden.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Patienten kennen das Modell gar nicht. "Hausarztordination oder Ärztezentrum sind unmittelbar verständlich, Primärversorgungseinheit ist in der Bevölkerung aber noch nicht wirklich angekommen", erklärt Wörther.

Auch beim Gesundheitsportal DocFinder zeigt sich, dass Patienten eher nach einzelnen Ärzten oder Ordinationen in ihrer Nähe suchen als gezielt nach einer PVE. Geschäftsführer Gerald Timmel sieht deshalb Aufholbedarf bei der Information über die Angebote. "Gerade bei einem Versorgungsmodell, das noch nicht ausreichend bekannt ist, spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Bewertungen helfen Patient:innen, sich vorab ein Bild von einer Einrichtung, ihrem Team und dem Praxisalltag zu machen", so Timmel.

red, 17.10.2026, 11:54
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