Stadt Wien und die Polizei ziehen eine erste positive Bilanz des Maßnahmenpakets rund um den Westbahnhof und die U6-Station Gumpendorfer Straße. Seit 8. Mai 2026 wird dort verstärkt gegen Drogenhandel und Probleme im öffentlichen Raum vorgegangen.
Besonders deutlich zeigt sich die Wirkung im Fritz-Imhoff-Park. Laut Stadt und Polizei kann die Grünanlage wieder als Erholungsraum und Spielplatz für Kinder und Jugendliche genutzt werden. Die Schutzzone soll deshalb um weitere sechs Monate verlängert werden.
"Wir schauen nicht weg, sondern handeln – und zwar gemeinsam", so Bürgermeister Michael Ludwig (SP). Die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt sei entscheidend, um die Situation nachhaltig zu verbessern.
Bis Oktober 2026 wurden im Bereich der Schutzzone laut Stadt insgesamt 950 Betretungsverbote ausgesprochen, dazu kommen 474 Verwaltungsstrafanzeigen.
Auch am Westbahnhof gibt es laut Stadt erste Verbesserungen. So halten sich weniger Menschen aus gesellschaftlich benachteiligten Gruppen in der Bahnhofshalle auf. Rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße konnte der illegale Drogenhandel hingegen noch nicht ausreichend zurückgedrängt werden.
Deshalb sollen Polizei und Stadt Wien ihre gemeinsamen Schwerpunktaktionen weiter ausbauen. Besonders im Herbst und im Frühling sind verstärkte Kontrollen an öffentlichen Plätzen, in Parks und an Verkehrsknotenpunkten geplant. "Die ersten Ergebnisse zeigen, dass konsequente Polizeiarbeit und die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wien Wirkung entfalten", erklärt Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl. Gleichzeitig sei klar, dass rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße weiterhin Handlungsbedarf bestehe.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft den illegalen Handel mit Substitutionsmedikamenten. Rund 7.000 Menschen befinden sich in Wien in einer entsprechenden Behandlung gegen Opioidabhängigkeit.
Um Missbrauch und illegale Weitergabe zu verhindern, wurden die Meldewege zwischen Polizei, Gesundheitsbehörden und Suchthilfe verbessert. Verdachtsfälle sollen dadurch schneller überprüft werden.
Auch die Reinigung bleibt verstärkt. Die Wiener Stadtgärten säubern die betroffenen Parks zweimal täglich. Weitere Einsatzkräfte kontrollieren das Umfeld mehrmals täglich auf zurückgelassene Spritzen und Konsummaterialien. Auch Mariahilfs Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SP) begrüßt die Verlängerung der Schutzzone. Sie will sich weiterhin dafür einsetzen, dass sich die Situation auch außerhalb der Schutzzone verbessert.