Terminnot, OP in Privatklinik

9.500 € für OP selbst bezahlt – "Nicht zu akzeptieren"

Der Fall eines Melkers (61) regt auf, wegen langer Wartezeiten bezahlte er einen notwendigen Eingriff selbst. SPÖ-Chef Hergovich übt scharfe Kritik.
Niederösterreich Heute
28.10.2025, 05:15
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Der Fall von Otto K. (61) aus Melk sorgt für Kopfschütteln: Für einen dringend notwendigen operativen Eingriff bekam er keinen (zeitnahen) Termin, er bezahlte schließlich die Kosten von 9.500 Euro für eine OP in einer Privatklinik selbst.

SPNÖ-Chef Sven Hergovich stellt nun klar: "Solche Fälle dürfen wir nicht akzeptieren. Ich kämpfe für ein Gesundheitssystem, in dem man auch ohne Zusatzversicherung oder Geldzahlungen ordentlich versorgt wird", klagt er an.

"Zahlen für Mercedes, bekommen nur gebrauchten Fiat"

Und weiter betont Hergovich: "Bei schweren Erkrankungen und notwendigen Operationen müssen die Wartezeiten sofort sinken. Dafür braucht es dringend die Nachbesetzung offener Stellen durch die Landesgesundheitsagentur LGA und mehr Investitionen in Ausbildung und Personal, um das Niveau im System generell wieder zu heben. Im Gesundheitssystem zahlen wir derzeit nämlich für einen Mercedes, bekommen aber nur einen gebrauchten Fiat. Das muss sich dringend wieder ändern."

Zurück zum Fall des betroffenen Melkers: Laut dem 61-Jährigen war ein Rücken-Eingriff nach akuten Schmerzen in einem Wiener Spital ein Jahr lang geplant gewesen. Kurz vor dem OP-Termin kam am 15. Jänner die Absage. Die Begründung: "Weil ich Niederösterreicher und kein Wiener bin." Die OP wegen einer Spinalkanalstenose (Einengung des Wirbelkanals) sei nicht akut.

In St. Pölten, Krems und Linz seien ihm infolge Wartezeiten von 18 bis 24 Monaten genannt worden. "Ich habe seit ich 15 bin gearbeitet. Jetzt werde ich nicht in Wien operiert? Das ist eine Sauerei", so der Mann. Wegen Schmerzen ließ sich Otto K. am 15. Mai in der Privatklinik Wehrle-Diakonissen in Salzburg operieren. Die Kosten von 9.500 € musste er selbst stemmen, von der ÖGK bekam er nichts rückerstattet – "Heute" berichtete hier über den Fall.

Seitens der ÖGK heißt es auf "Heute"-Anfrage, dass die Sozialversicherung die Grundversorgung in der Privatklinik bereits pauschal bezahle. Darum erhalte Herr K. keinen weiteren Kostenersatz. Zur Gastpatienten-Debatte heißt es: Die Länder selbst seien für die Organisation in Spitälern zuständig.

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