Die Wien Holding unterhält neun Auslandsbüros in Mittel- und Südosteuropa und erhält dafür Millionen aus dem Wiener Budget. Genau das sorgt nun für heftige Kritik der FPÖ. Die Freiheitlichen sprechen von einem teuren Versorgungssystem, die Wien Holding verweist auf den Nutzen für den Wirtschaftsstandort Wien.
Die WH International Services GmbH betreibt Standorte in Belgrad, Berlin, Budapest, Krakau, Ljubljana, Prag, Sarajevo, Sofia und Zagreb. Von Wien aus wird außerdem die Zusammenarbeit mit Bratislava koordiniert.
"Das Unternehmen unterstützt die internationale Vernetzung Wiens, vermittelt Kontakte für Wirtschaft, Forschung und Stadtverwaltung, beobachtet Entwicklungen in den Partnerstädten und stärkt die internationale Sichtbarkeit sowie die Positionierung des Wirtschaftsstandortes Wien", erklärt ein Sprecher der Wien Holding gegenüber der "Krone". "Damit fungiert es als internationales Netzwerk der Stadt Wien."
Für Diskussionen sorgt auch die Personalstruktur. Insgesamt beschäftigt die Gesellschaft 57 Mitarbeiter, davon arbeiten 26 in Wien. Homeoffice ist laut Wien Holding ebenfalls möglich. "Für alle gilt eine einheitliche Regelung. Telearbeit ist abhängig von den dienstlichen Erfordernissen möglich. Gleichzeitig sind mindestens 60 Prozent der Arbeitszeit in Präsenz zu leisten", heißt es dazu laut "Krone".
Finanziert wird die Gesellschaft über einen Vertrag mit der Stadt Wien. Laut Wien Holding "betrug das jährliche Vertragsvolumen 7,9 Millionen Euro brutto". Der Gemeinderat hat inzwischen für die Jahre 2027 bis 2031 eine jährliche Förderung von sieben Millionen Euro brutto beschlossen.
Für FPÖ-Landtagsabgeordneten Andreas Bussek ist das nicht nachvollziehbar: "Hier zeigt sich einmal mehr, wie das rote System funktioniert: gut dotierte Posten, personelle Verflechtungen mit der SPÖ und Millionen an Steuergeld für eine Gesellschaft, deren tatsächlicher Mehrwert für die Wiener nicht erkennbar ist. Das ist ein weiterer Fall von rotem Postenschacher und teuren Versorgungsgschichtln", kritisiert Bussek.
Besonders stößt sich die FPÖ daran, dass fast die Hälfte der Beschäftigten in Wien tätig ist, obwohl die Gesellschaft internationale Büros betreibt: "Die Wiener finanzieren hier offenbar einen weiteren Selbstbedienungsladen im roten Beteiligungsdschungel. Das gehört lückenlos überprüft", fordert Bussek.
Die Freiheitlichen verlangen deshalb eine umfassende Kontrolle der WH International Services GmbH sowie sämtlicher Beteiligungen und Tochtergesellschaften der Stadt Wien. "Wir fordern eine lückenlose Überprüfung und ein Ende dieser kostspieligen Versorgungsstrukturen."