Eigentlich sollte der Auszug aus seiner geliebten Royal Lodge für Andrew Mountbatten-Windsor eine bittere Niederlage sein. Doch nun zeigt sich: Ganz so schlecht könnte sich der Abschied von seiner Luxusresidenz finanziell gar nicht auswirken.
Ein Bericht des britischen Rechnungshofs enthüllt nämlich eine bemerkenswerte Klausel in Andrews Pachtvertrag. Demnach könnte dem Bruder von König Charles III. nach seinem Auszug aus der Royal Lodge eine Entschädigung von bis zu 488.342 Pfund – umgerechnet rund 575.000 Euro – zustehen.
Andrew hatte die Royal Lodge im Jahr 2003 vom Crown Estate übernommen. Dafür zahlte er damals eine Einmalzahlung von einer Million Pfund und verpflichtete sich, Millionen in die Sanierung des Anwesens zu investieren.
Im Gegenzug erhielt er einen 75-jährigen Pachtvertrag und musste lediglich eine sogenannte "Peppercorn Rent" bezahlen – eine symbolische Miete, die praktisch bei null lag.
Doch damit nicht genug: Der Vertrag enthält offenbar auch eine Ausstiegsklausel. Wer vorzeitig auszieht, kann sich einen Teil der Investitionen zurückholen.
Genau davon könnte Andrew nun profitieren. Nach seinem endgültigen Auszug Anfang Februar aus der 30-Zimmer-Villa in Windsor und dem Umzug auf die deutlich bescheidenere Marsh Farm in Sandringham könnte ihm laut Bericht eine Entschädigung zwischen 301.967 und 488.342 Pfund zustehen.
Besonders brisant: Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Andrew mehrere Cottages auf dem Gelände der Royal Lodge untervermietet haben soll. Die Mieteinnahmen flossen dabei laut Bericht direkt an ihn.
Die Enthüllungen sorgen hinter den Palastmauern für schlechte Stimmung. Ein Mitarbeiter schilderte gegenüber britischen Medien: "Die Stimmung im Palast ist sehr schlecht."
Vor allem König Charles dürfte die neuen Schlagzeilen ärgern. Seit Jahren versucht der Monarch, das Königshaus moderner und sparsamer erscheinen zu lassen. Die neuen Enthüllungen rund um seinen Bruder zeichnen dagegen das Bild eines Royals, der jahrzehntelang von außergewöhnlichen Privilegien profitierte.
"Andrew ist heute isoliert. Niemand will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Aber durch den Bericht wird deutlich, wie gut er gelebt hat", wird ein Insider zitiert.
Ob Andrew die maximale Summe tatsächlich erhält, steht allerdings noch nicht fest. Vor der endgültigen Rückgabe der Royal Lodge wird das Anwesen begutachtet. Eventuelle Schäden oder notwendige Reparaturen könnten die Auszahlung deutlich reduzieren.
Fest steht aber schon jetzt: Selbst sein erzwungener Auszug könnte dem gefallenen Royal noch ein kleines Vermögen einbringen.