Als Wyatt drei Jahre alt war und sein kleiner Bruder zur Welt kam, veränderte sich sein Alltag schlagartig. Während andere Kinder in dieser Phase Trost bei Kuscheltieren oder Decken suchen, fand der US-Bub seinen ganz eigenen Begleiter: den Roomba, einen Saugroboter der Familie.
Seine Mutter Sara Biggs erzählt, dass Wyatt plötzlich regelrecht vom Roomba fasziniert war. Heute betreiben die beiden den Instagram-Kanal "wyattsworldofroombas", dem rund 21.000 Menschen folgen.
Eines Tages schnappte er sich einen Schraubenzieher, zerlegte den Roboter vollständig in seine Einzelteile – und baute ihn anschließend wieder zusammen. Das Gerät funktioniert bis heute.
Aus einem einzelnen Saugroboter wurden schnell mehrere. Verwandte und Bekannte schenkten Wyatt alte oder kaputte Geräte, die er auseinanderbaute, reparierte oder einfach sammelte. Heute besitzt die Familie mehr als 50 Roboterstaubsauger.
Seine Leidenschaft sorgte anfangs vor allem für eines: reichlich Lärm. Wyatt wollte alle Geräte gleichzeitig laufen lassen – sehr zum Leidwesen der Familie. "Niemand konnte mehr etwas hören", erinnert sich seine Mutter lachend.
Schließlich entstand daraus eine tägliche "Roomba-Stunde", in der Wyatt mit den Robotern experimentieren durfte. Daraus entwickelte sich später der YouTube-Kanal "Wyatt's World of Roombas".
Mit wachsender Reichweite meldeten sich immer mehr Menschen, die dem Buben ihre alten Saugroboter schickten. Manche reparierte Wyatt und schickte sie zurück, viele durfte er behalten. Mittlerweile arbeiten sogar Hersteller mit der Familie zusammen und stellen Geräte für Tests zur Verfügung.
Weil Wyatt am liebsten alles im Saugroboter-Look gehabt hätte - vom Rucksack bis zur Jausenbox -, eröffnete seine Mutter kurzerhand einen Etsy-Shop und entwarf selbst T-Shirts, Decken, Rucksäcke und weitere Fanartikel.
Der Erfolg überraschte sie selbst. Der Shop entwickelte sich zu einer lukrativen Einnahmequelle und brachte in seinem bisher besten Monat rund 1.800 Dollar Gewinn, wie sie dem Online-Portal people.com in einer Homestory erzählte.
Gemeinsam veröffentlichte die Familie außerdem das Kinderbuch "Robbie the Robot Vacuum and His Big Adventure". Passend dazu gibt es sogar ein Stofftier der Hauptfigur.
Besonders bewegt hat Sara Biggs aber etwas anderes: Hunderte Eltern meldeten sich bei ihr und erzählten, dass ihre Kinder dieselbe ungewöhnliche Leidenschaft teilen. Viele hätten sich Sorgen gemacht, weil ihre Kinder andere Interessen hätten als Gleichaltrige. Die Videos rund um Wyatt würden ihnen zeigen, dass sie mit dieser Erfahrung nicht allein sind.
Vor einem Jahr zog die Familie in ein neues Haus. Eigentlich sollte der große Eingangsbereich stilvoll eingerichtet werden. Stattdessen säumen heute Dutzende Saugroboter die Wände. Für Wyatt ist das kein Problem. Der Achtjährige interessiert sich mittlerweile auch für Robotik, Programmieren und 3D-Druck - die Begeisterung für Saugroboter ist aber ungebrochen.