Sein "Co" war Geisterfahrer

Ägypten-Teamchef war schon wegen Ausraster im Gefängnis

Nach dem WM-Aus tobt Ägyptens Teamchef Hossam Hassan. Einst brachte ihn sein Temperament sogar schon ins Gefängnis.
Sport Heute
08.07.2026, 19:52
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Der Frust sitzt tief. Nach dem dramatischen 2:3 gegen Titelverteidiger Argentinien im WM-Achtelfinale rechnet Ägyptens Teamchef Hossam Hassan mit der FIFA, Schiedsrichter Francois Letexier und den Südamerikanern ab – und sorgt einmal mehr mit einem emotionalen Auftritt für Aufsehen.

Der 59-Jährige sprach nach der Partie bei beIN Sports von einem "manipulierten Spiel". Hassan stellte die These auf, man habe Argentinien und Superstar Lionel Messi im Turnier halten wollen. Aus seiner Sicht seien mehrere strittige Entscheidungen gegen Ägypten ausgefallen, darunter ein aberkanntes Tor sowie ein aus seiner Sicht nicht geahndetes Foul vor dem entscheidenden Treffer zum 2:3.

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Der ägyptische Verband soll bereits offiziell Beschwerde bei der FIFA eingelegt und eine Sperre des Referees für den Rest des Turniers gefordert haben.

Hassan erklärte zudem, Argentinien habe Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt. "Wir hatten den Sieg verdient, aber wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren", sagte der ehemalige Stürmer. Aus Enttäuschung kündigte er sogar an, die restlichen WM-Spiele nicht mehr verfolgen zu wollen.

Vier Tage im Gefängnis

Für Hassan ist es nicht das erste Mal, dass sein Temperament für Schlagzeilen sorgt. Der Rekordteamspieler Ägyptens gilt seit seiner aktiven Karriere als äußerst emotionaler Charakter. Bereits während seiner Zeit als Klubtrainer von Al-Masry geriet er nach einem Ligaspiel in einen Zwischenfall mit einem Polizisten, den er im Zuge einer Rudelbildung attackiert haben soll. Der Beamte war als Fotograf im Einsatz. Seine Ausrüstung wurde beschädigt.

Der Vorfall hatte sogar rechtliche Konsequenzen. Hassan verbrachte damals auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vier Tage in Untersuchungshaft. Zusätzlich sprach der ägyptische Fußballverband eine mehrwöchige Sperre und eine Geldbuße gegen ihn aus. Auch sein Verein wurde wegen der Ausschreitungen sanktioniert.

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Ein längerer Aufenthalt im Gefängnis blieb ihm damals erspart, weil das Opfer vor Gericht entschied, die Vorwürfe fallen zu lassen.

Brisant: Nicht nur Hossam Hassan hat eine rechtliche Vorgeschichte. Sein eineiiger Zwillingsbruder Ibrahim Hassan ist beim ägyptischen Nationalteam als Co-Trainer aktiv. Auch er kam 2020 mit dem Gesetz in Konflikt: Er verursachte auf der Corniche-Küstenstraße in Alexandria einen Geisterfahrer-Unfall mit großem Sachschaden und einer verletzten Person. Seine zweijährige Haftstrafe musste er nach Entschädigungszahlungen nicht absitzen.

Unbestritten bleibt dennoch Hassans sportliche Bedeutung für den ägyptischen Fußball. Mit 176 Länderspielen und 69 Toren zählt der ehemalige Stürmer zu den größten Spielern der Landesgeschichte. Dreimal gewann er mit den "Pharaonen" den Afrika-Cup. Nach dem historischen WM-Lauf Ägyptens endet das Turnier nun allerdings im Streit – und erneut mit einem emotionalen Auftritt seines Teamchefs.

{title && {title} } red, {title && {title} } 08.07.2026, 19:52
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