Ausgerechnet bei der wichtigsten Jahrestagung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien fehlt ein zentraler Vertreter des Iran: Atomchef Mohammad Eslami kann laut AP nicht an der Konferenz teilnehmen. Teheran reagiert scharf – und erhebt dabei auch Vorwürfe gegen Österreich.
Eslami unterliegt demnach einem internationalen Reiseverbot. Eine notwendige Ausnahmegenehmigung der Vereinten Nationen soll nicht erteilt worden sein. Gleichzeitig wirft der Iran Österreich als Gastgeberland der IAEA vor, Eslami kein Visum ausgestellt und damit seine Verpflichtungen verletzt zu haben.
Teheran bezeichnet die verhinderte Teilnahme laut AP als "schwerwiegenden Verstoß" gegen die Rechte des Iran als Mitglied der internationalen Organisation. Irans IAEA-Botschafter Reza Najafi erklärte vor den Delegierten, das Vorgehen verstoße gegen die Regeln und den Geist der internationalen Zusammenarbeit.
Der Streit trifft auf ohnehin angespannte Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen. Seit den Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025 verweigert Teheran IAEA-Inspektoren den Zugang zu den betroffenen Einrichtungen. Die Behörde kann derzeit zudem die Bestände an hoch angereichertem Uran im Iran nicht überprüfen.
Der Konflikt um Eslamis Teilnahme sorgt damit für zusätzlichen Streit rund um das iranische Atomprogramm und die Beziehungen Teherans zu seinen internationalen Partnern.