Brisante Enthüllung

Diese Hamas-Warnung erhielt Netanjahu vor 7. Oktober

Kurz vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 soll Benjamin Netanjahu persönlich vor einer großen Aktion der Terrororganisation gewarnt worden sein.
Newsdesk Heute
08.09.2026, 14:50
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Ein neuer Bericht der israelischen Tageszeitung "Haaretz" sorgt mitten im israelischen Wahlkampf für Aufsehen. Demnach soll der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohammed bin Zayed Al Nahyan, Premier Benjamin Netanjahu wenige Tage vor dem verheerenden Hamas-Überfall auf Israel ausdrücklich gewarnt haben.

45-minütiges Telefonat

Bin Zayed habe Netanjahu in einem rund 45-minütigen Telefonat mitgeteilt, dass der damalige Hamas-Chef im Gazastreifen, Jahja Sinwar, ein "bedeutendes Ereignis" beziehungsweise eine große Aktion vorbereite.

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Besonders brisant: Laut der Recherche soll Netanjahu die Führung von Armee und Inlandsgeheimdienst Schin Bet anschließend nicht über das Gespräch informiert haben. Die Angaben stammen aus Recherchen der Journalisten Shlomi Eldar und Ruth Yuval für ihr neues Buch über die Geiseln des 7. Oktober. Mehrere israelische Medien griffen die am Dienstag veröffentlichten Vorwürfe auf.

Netanjahu: "Absolute Lüge"

Netanjahus Büro weist die Darstellung entschieden zurück. Der Premier habe im fraglichen Zeitraum überhaupt nicht mit dem Präsidenten der Emirate gesprochen und auch keine entsprechende Warnung erhalten. Die Behauptung sei eine "absolute Lüge".

Zurück zu den Recherchen: Laut dem Bericht hatte es bereits Monate vor dem Angriff indirekte Kontakte zwischen Israel und der Hamas gegeben. Dabei soll es unter anderem um eine längerfristige Waffenruhe, wirtschaftliche Erleichterungen für den Gazastreifen und einen möglichen Gefangenenaustausch gegangen sein.

Hamas-Chef plante "Erdbeben"

Netanjahu habe Entscheidungen in diesen Gesprächen jedoch wiederholt hinausgezögert. Sinwar soll daraufhin über palästinensische Vermittler angekündigt haben, er bereite ein "Erdbeben" vor. Diese Botschaft gelangte der Darstellung zufolge über Kontakte in den Vereinigten Arabischen Emiraten schließlich bis zu Bin Zayed. Nach einer weiteren Warnung habe dieser persönlich zum Telefon gegriffen und Netanjahu kontaktiert.

Der israelische Regierungschef soll dabei erklärt haben, Israel habe die Lage in Gaza unter Kontrolle und sehe die größere Gefahr damals im Westjordanland.

Weitere Warnungen

Unabhängig von dem angeblichen Telefonat hatte es im September 2023 weitere Warnsignale gegeben. Nach israelischen Berichten wurde Netanjahu auch vom damaligen Schin-Bet-Chef Ronen Bar über Drohungen Sinwars informiert.

Bei anschließenden Beratungen der Sicherheitsführung sollen sowohl stärkere Verteidigungsmaßnahmen als auch ein offensiver Präventivschlag zur Diskussion gestanden sein. Zu einer entsprechenden Entscheidung kam es jedoch nicht.

Politischer Sprengstoff vor Wahl

Die Veröffentlichung könnte für Netanjahu politisch besonders heikel werden. Israel steuert auf die Parlamentswahl am 27. Oktober 2026 zu. Die Verantwortung der politischen und militärischen Führung für das Versagen vor dem 7. Oktober gehört weiterhin zu den zentralen Streitpunkten im Land. Oppositionspolitiker griffen Netanjahu nach Bekanntwerden des Berichts bereits scharf an.

Bei dem Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 wurden rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 Menschen in den Gazastreifen verschleppt. Der Angriff löste den Gaza-Krieg aus und gilt als eines der schwersten Sicherheitsversagen in der Geschichte Israels.

red,08.09.2026, 14:50