"Es kann jeden Moment reißen und dann ist es vorbei" – dieser Satz trifft mitten ins Herz. Denn genau das stand plötzlich im Raum, als beim Wiener Austropop-Musiker Michael Klammer bei einer Routineuntersuchung ein gefährliches Aneurysma (Erweiterung einer Arterie) an der Herzaorta, der Hauptschlagader, entdeckt wurde. Eine Diagnose, die nicht nur Angst macht, sondern in vielen Fällen keine zweite Chance lässt.
Der 50-Jährige wurde am 27. Jänner operiert. Direkt nach dem Eingriff kam er zunächst auf die Intensivstation, derzeit ist er noch in der Aufwachstation. Dort wird er engmaschig überwacht – auch weil es im Verlauf zu Herzrhythmus-Störungen gekommen ist. Im Gespräch mit "Heute" betont er: Jetzt zählt nur Schonung, keine Belastung, keine Eile.
Klammer hat die vergangenen Monate bewusst nicht sofort öffentlich gemacht – weil er zuerst selbst damit klarkommen musste. Auf Facebook schrieb er: "Liebe Leute, ich habe mir mit diesem Posting bewusst Zeit gelassen, weil ich zuvor nicht mit jedem darüber schreiben wollte." Dann schildert er den Moment, der alles verändert hat: "Bei einer Routineuntersuchung wurde ein Aneurysma an der Herzaorta mit 52 mm festgestellt."
Der 50-Jährige erzählt: "ich habe daraufhin alle Konzerte für 2025 und 2026 abgesagt." Und er gibt offen zu, dass er die Gefahr anfangs unterschätzt hat: "Anfangs war mir gar nicht klar, was das überhaupt bedeutet – aber ich wurde bald eines Besseren belehrt. Nämlich: nichts Gutes."
Ein Herz-Spezialist fand dann heraus, dass hinter dem Aneurysma auch eine angeborene Ursache steckt. Klammer schrieb: "Ich lebe also seit meiner Geburt mit nur zwei statt drei Flügeln an der Aortenklappe, und mit zunehmendem Alter wurde diese undicht." Damit war klar: Es geht nicht um ein kleines Problem – sondern um ein lebensgefährliches Zusammenspiel aus Aorta und Herzklappe.
Der Eingriff war entsprechend groß. Klammer schreibt: "Die Aorta musste durch eine Prothese ersetzt werden, die Aortenklappe durch eine Bioklappe." Der erste OP-Termin war ursprünglich für den 17. Dezember angesetzt, doch eine Erkrankung zwang zur Verschiebung. Operiert wurde schließlich am 27. Jänner.
Neben der körperlichen Belastung war auch die psychische Anspannung groß. Klammer schreibt, dass ihn vor allem die Angst vor der Operation beschäftigte: "In dieser Zeit ging es mir nicht wirklich gut." Der bevorstehende Eingriff habe ihn stark mitgenommen.
Die Panikattacken kamen genau aus dieser Angst – und sie hatten körperliche Folgen: Blutdruck steigt, das Herz rast, man will mit der Situation nicht allein sein. Klammer beschreibt damit ein Gefühl, das viele kennen, aber kaum jemand so offen anspricht.
Der emotionalste Teil seiner Botschaft ist aber nicht die Angst – sondern die Dankbarkeit. Klammer lobt das Personal im Krankenhaus und macht klar, wie hart der Alltag dort ist. Die Belastung der Ärzte sei ein Wahnsinn, trotzdem würden sie alles geben – Tag für Tag, für Menschen, die sie oft gar nicht kennen.
Sein Dank ist konkret und persönlich: "Mein großer Dank gilt Dr. Grabenwöger und seinem gesamten Team vom KH Nord für das Wiederherstellen." Worte, die sitzen. Denn Klammer lässt keinen Zweifel daran: Ohne diese Menschen wäre das hier keine Geschichte mit Hoffnung, sondern vielleicht eine Tragödie.
Klammer beschreibt, wie sehr ihn die Diagnose verändert hat. Er erzählt im Gespräch mit "Heute": "Die Welt ist für mich eine andere geworden. Man sieht vieles anders: Was vorher wichtig war, ist jetzt belanglos."
Trotz allem schaut Klammer nach vorne – und denkt schon wieder an die Bühne. Er schreibt: "Eines habe ich aber nicht verloren: die Lust, Musik zu machen." Sein Ziel ist ein Comeback im Juli/August, wenn es gesundheitlich passt. Jetzt heißt es aber zuerst: heilen, Kraft sammeln – und die zweite Chance nicht verspielen.
Am Ende bleibt neben der Erleichterung vor allem eine Erkenntnis. Klammer schreibt: "Meine Diagnose war ein Zufallsbefund." Ohne diesen Termin hätte er womöglich nichts bemerkt – und genau das macht die Gefahr so tückisch.
Klammer weiß jetzt, wie knapp es sein kann – und appelliert deshalb: "Geht zu euren Vorsorgeuntersuchungen. Ich habe das zuvor nicht gemacht – und hatte einfach nur Glück."