Herzzerreißende Schreie drangen spätabends aus einem Laubwald neben einem Pflegeheim in Ried im Innkreis, erklärt die Tierschutz Initiative Innviertel auf Facebook. Eine Pflegerin hörte die "erbärmlichen Katzenschreie" und verständigte die Feuerwehr.
Die Einsatzkräfte durchsuchten das Gebüsch und machten eine traurige Entdeckung: Vier winzige Katzenbabys kauerten dort mutterseelenallein. Ihre Mutter war weit und breit nicht zu sehen, die Kleinen dürften bereits längere Zeit unversorgt gewesen sein.
Die Feuerwehr brachte die Findelkinder in Sicherheit und kontaktierte die Tierretter. Nach telefonischer Anleitung übernahmen die Einsatzkräfte die Erstversorgung. Später holten die Tierschützer die vier Babys von der Feuerwache ab.
Die Kätzchen sind erst ungefähr zweieinhalb Wochen alt und damit noch auf intensive Betreuung angewiesen. Laut den Tierschützern dürfte es sich um British-Kurzhaar-Mischlinge oder ähnliche Rassekatzen-Mixe handeln.
Rätsel gibt vor allem der Fundort auf: Wo ist die Mutter der vier Babys – und wie kamen die Winzlinge völlig allein in das Gebüsch? Ob sie tatsächlich ausgesetzt wurden, ist bislang nicht geklärt. Die Tierschützer sprechen allerdings von einer "äußerst dubiosen Situation".
Besonders auffällig: Gerade jetzt während der großen Hitze werden in Oberösterreich mehrere hilflose Katzenbabys gefunden. Erst vor wenigen Tagen sorgten die Fälle von "Kitty" und "Julius" in Lochen für Entsetzen. Die beiden schwer kranken Kätzchen wurden nahezu an derselben Stelle entdeckt und waren infolge unbehandelter Infektionen bereits vollständig erblindet.
Die vielen Notfälle bringen die Helfer endgültig an ihre Grenzen. Die privaten Häuser der Tierschutz Initiative Innviertel seien bereits "bis in die Vorräume" mit Tieren belegt. Gleichzeitig müssten zahlreiche pflegeintensive Katzen versorgt werden.
"Wir könnten derzeit nicht einmal mehr einen Floh aufnehmen", schlagen die Tierretter Alarm. Komme nicht bald dringend Unterstützung, fahre der Tierschutz in der Region "endgültig gegen die Wand".