Nach einem Wortwechsel zwischen AfD-Politiker Ulrich Siegmund und ZDF-Reporter Fabian Köster wächst die Kritik. Sowohl das ZDF als auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) haben sich zu dem Vorfall im Landtag von Sachsen-Anhalt geäußert.
Nach der konstituierenden Sitzung in Magdeburg sprach Siegmund den Reporter der ZDF-"heute-show" auf dessen berufliche Zukunft an. "Haben Sie sich schon einen Job gesucht?", fragte der AfD-Politiker und verwies darauf, dass seine Partei noch "dieses Jahr den Medienstaatsvertrag" kündigen wolle. Die Szene wurde am Freitagabend in der "heute-show" ausgestrahlt, die mehr als 3,3 Millionen Menschen im linearen Fernsehen sahen.
Der Deutsche Journalisten-Verband reagierte scharf. "Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung", erklärte DJV-Chef Mika Beuster.
Zudem soll Köster nach dem Gespräch von einem Team des AfD-nahen Portals "Deutschland-Kurier" durch den Landtag verfolgt worden sein. Der DJV fordert deshalb einen besseren Schutz für Journalisten.
Auch das ZDF reagierte gegenüber t-online. "Die journalistische Unabhängigkeit des ZDF wird durch das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt nicht angetastet", erklärte eine Sprecherin. Parteien könnten dem Sender keine Vorgaben für seine Berichterstattung machen. Zudem würden mögliche Sicherheitsrisiken vor Einsätzen geprüft.
Köster selbst konterte in der Sendung mit einer Anspielung auf die Vetternwirtschaftsaffäre der AfD. "Ich hoffe halt, dass ich mit irgendeinem AfD-Kollegen verwandt bin, weil dann stellt er mich ja einfach ein", sagte er. Hintergrund sind Medienrecherchen, wonach AfD-Abgeordnete Angehörige oder Partner von Parteikollegen über ihre Parlamentsbudgets beschäftigt haben sollen.