Dramatische Szenen bei einer Wanderveranstaltung in Nordrhein-Westfalen (Deutschland): Ein Teilnehmer des sogenannten Mammutmarsches ist am Samstag (10. Oktober) im Bereich Herdecke zusammengebrochen. Ersthelfer begannen sofort mit der Wiederbelebung und setzten einen Notruf ab.
Doch während Rettungsdienst und Notarzt um den Patienten kämpften, sorgten andere Teilnehmer für zusätzliche Schwierigkeiten. Einige Wanderer wollten ihren Weg unmittelbar an der Einsatzstelle fortsetzen und diskutierten deshalb mit Feuerwehrleuten. Auch die Anfahrt der Einsatzfahrzeuge verlief nicht ohne Probleme.
Der Zwischenfall ereignete sich gegen 9.49 Uhr im Bereich des Ruhrhöhenweges am Herrentisch. Die Wanderveranstaltung war zuvor in Dortmund gestartet und führte auch durch Herdecke. Die Feuerwehr wurde mit dem Einsatzstichwort "Tragehilfe – laufende Reanimation" alarmiert. Weil der genaue Standort des Patienten zunächst nicht bekannt war, halfen Einweiser dabei, die Einsatzstelle rasch zu finden.
Rettungsdienst und Notarzt übernahmen die medizinische Versorgung. Zusätzlich unterstützten ausgebildete Feuerwehrkräfte die Maßnahmen. Währenddessen mussten andere Feuerwehrleute den Patienten vor den vorbeikommenden Teilnehmern abschirmen. Denn einige Wanderer wollten trotz des laufenden Rettungseinsatzes unmittelbar an der Stelle vorbeigehen.
Wie die Feuerwehr Herdecke in einer Mitteilung schildert, kam es dabei zu Diskussionen mit mehreren Teilnehmern. Selbst auf entsprechende Anweisungen der Einsatzkräfte hätten Wanderer mit den Worten "Wir wollen doch nur hierher" reagiert.
Die Feuerwehr musste sich damit neben der Unterstützung der medizinischen Versorgung auch um die Absicherung des Einsatzortes kümmern. Dabei ging es darum, den Rettungskräften ausreichend Platz zu verschaffen und den Patienten vor störendem Durchgangsverkehr abzuschirmen.
Doch nicht erst am Einsatzort kam es zu Schwierigkeiten. Bereits auf dem Weg zu dem zusammengebrochenen Teilnehmer wurden die Feuerwehrfahrzeuge nach eigenen Angaben behindert. Viele Wanderer hätten trotz Blaulicht und Martinshorn nur zögerlich reagiert.
Die Einsatzkräfte waren von mehreren Standorten ausgerückt. Neben Fahrzeugen der Feuerwache kamen auch Feuerwehrleute vom Bleichstein, wo gerade eine Ausbildungsveranstaltung stattfand. Dabei hatte sich die Feuerwehr bereits im Vorfeld mit der Streckenführung des Mammutmarsches beschäftigt und die Routen in ihre Einsatzplanung aufgenommen.
Trotz der Schwierigkeiten konnten die Rettungskräfte den Patienten versorgen und anschließend unter notärztlicher Begleitung in ein Dortmunder Krankenhaus transportieren.
Am Sonntag gab es traurige Gewissheit: Nach Angaben der Polizei in Dortmund ist der Mann verstorben. Ob die Behinderungen Auswirkungen auf die medizinische Versorgung hatten, ist nicht bekannt.
Ausdrücklich positiv hob die Feuerwehr das Verhalten der Ersthelfer hervor. Diese hätten vorbildlich reagiert, sofort mit der Wiederbelebung begonnen und frühzeitig den Notruf abgesetzt.
Nach dem Vorfall richtete die Feuerwehr einen deutlichen Appell an die Öffentlichkeit. Einsatzstellen sollten grundsätzlich ohne längere Diskussionen gemieden werden. Auch Fahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn müsse unverzüglich die nötige Aufmerksamkeit geschenkt und Platz gemacht werden.
Bereits am Freitagnachmittag war die Feuerwehr zu einer weiteren Tragehilfe ausgerückt. Damals unterstützten die Einsatzkräfte den Rettungsdienst dabei, einen Patienten zu einem bereitstehenden Rettungswagen zu bringen.
Der Vorfall beim Mammutmarsch zeigt nun, mit welchen zusätzlichen Schwierigkeiten Rettungskräfte selbst bei einem medizinischen Notfall konfrontiert sein können.