Eigentlich wollte er sich nur zur Wahl aufstellen lassen, wenn die AfD die absolute Mehrheit erreicht. Nun rittert Sachsen-Anhalts AfD-Spitzenkandidat und Wahlsieger Ulrich Siegmund auch so um das Amt des Ministerpräsidenten.
Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Fraktionskreise berichtet, will sich Siegmund der Wahl im Dezember stellen. Als mögliche Termine wurden der 15., 16., oder 17. Dezember genannt. Dabei zeige sich Siegmund siegessicher. Er gehe davon aus, im ersten Wahlgang gewählt zu werden. Demnach strebe der AfD-Politiker eine "stabile Regierung" an. Eine Minderheitsregierung komme nicht infrage.
Am Dienstag waren die neu gewählten AfD-Landtagsabgeordneten in Magdeburg zusammengekommen. Dabei wurde Tobias Rausch zu ihrem Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten gewählt.
Diese Wahl sei einstimmig erfolgt, hieß es in dem Bericht. Gegenüber Journalisten schlug Rausch jedoch etwas andere Töne als Siegmund an. Ihm zufolge sei eine Minderheitenregierung auch ein gangbarer Weg.
Bei den Landtagswahlen von Sachsen-Anhalt am 6. September ging die AfD mit 43,8 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervor. Dahinter folgten CDU (17,2 Prozent), SPD (9,3 Prozent), Grüne (8,9 Prozent), Linke (8,6 Prozent) und das BSW (5,3 Prozent).
Für die nunmehrige Bildung einer Landesregierung befinde man sich laut Siegmund "in konstruktiven Gesprächen mit einer anderen Landtagsfraktion". Auch mit einzelnen Abgeordneten anderer Fraktionen würde man reden.