Der österreichische Lebensmittelkonzern Agrana greift beim nächsten großen Zukauf tief in die Tasche. Das börsennotierte Unternehmen will 100 Prozent des oberösterreichischen Aromaherstellers "esarom" übernehmen. Der vereinbarte Unternehmenswert beträgt rund 150 Millionen Euro.
Die nötigen Beschlüsse innerhalb von Agrana liegen bereits vor. Der Kaufvertrag soll zeitnah unterzeichnet werden. Danach braucht es noch grünes Licht von den Kartellbehörden. Der Abschluss des Deals wird aus heutiger Sicht zu Beginn des Geschäftsjahres 2027/28 erwartet.
"esarom" hat seinen Sitz in Oberrohrbach (Bezirk Korneuburg, NÖ) und entwickelt unter anderem Aromen, Grundstoffe, Pulver, Emulsionen, funktionale Mischungen und Stabilisatoren für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter.
Im Geschäftsjahr 2025 setzte "esarom" 112 Millionen Euro um. Besonders stark ist das Unternehmen im Export nach Mittel- und Osteuropa, in den Mittleren Osten sowie nach Zentralasien.
Agrana will mit dem Zukauf vor allem sein Geschäft mit höherwertigen Lebensmittel- und Getränkelösungen ausbauen. Das Angebot von "esarom" soll künftig mit Fruchtzubereitungen, Saftkonzentraten, Getränkebasen und weiteren Produkten von Agrana verbunden werden.
"Mit 'esarom' wollen wir nicht nur unser Portfolio erweitern, sondern komplementäre Kompetenzen zu einem stärkeren Gesamtangebot verbinden", erklärt Agrana-Chef Stephan Büttner.
Auch bei der Produktion soll enger zusammengerückt werden. Die "esarom"-Standorte Oberrohrbach und Rückersdorf sollen gemeinsam mit dem Agrana-Werk in Kröllendorf einen Drei-Standorte-Verbund bilden. Entwicklung, Produktion und Kundenbetreuung sollen dadurch stärker gebündelt werden.