"Notarztstandort muss bleiben"

Nichte: "Hausarzt für Totenschein fehlte am Wochenende"

Nachdem eine Pensionistin am Wochenende gestorben war, fand sich über Stunden niemand, der den Totenschein ausstellte. Schließlich tat es die Rettung.
Victoria Carina  Frühwirth
10.09.2026, 05:15
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Für Victoria L. und ihre Mutter wurde der 16. August zu einem Tag, den sie so wohl nicht vergessen werden. In den frühen Morgenstunden war Victorias Tante in ihrem Haus im Bezirk Gänserndorf verstorben.

Suche nach Totenschein-Aussteller

Die Pflegerin der betagten Frau informierte Victoria und ihre Mutter telefonisch, die sich sofort auf den Weg machten. "Wir haben ihr noch die Hand gehalten und eine Kerze angezündet, als wir uns verabschiedet haben", erzählt Victoria im "Heute"-Gespräch. Doch danach begann für die Familie ein belastendes Hin und Her.

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Um kurz vor 8 Uhr rief Victorias Mutter beim Ärztenotdienst unter 141 an. Die Familie wollte wissen, wie der Tod offiziell festgestellt und der notwendige Totenschein ausgestellt werden könne. Victoria L.: "Der Mann am Telefon verwies uns auf den Bestatter. Dieser hätte angeblich eine Liste mit Ärzten. Als wir beim Bestatter angerufen haben, meinte der aber, er hat gar keine Liste. Wir sollen uns an den Hausarzt wenden."

Verstorbene wäre fast im Garten gelandet

Die trauernde Angehörige versuchte, den Hausarzt für den Totenschein zu erreichen – vergebens. Er war am Wochenende nicht erreichbar. "Ich hatte Angst, dass niemand den Totenschein am Sonntag ausstellt. Ich wollte meine tote Tante doch nicht bei 38 Grad bis Montag in ihrem Bett liegen lassen, bis endlich der Hausarzt den Totenschein schreiben konnte!", klagt Victoria. "Es war so heiß. Meine Mama und ich hätten wirklich fast meine Tante in den Garten getragen bei der Hitze im Haus. Alleine die Vorstellung, meine Tante wäre über einen Tag regelrecht im Garten verrottet, ist furchtbar!"

Schließlich griff Victoria nochmal zum Telefon und wählte 141. Sie sagte, sie war sich nicht sicher, ob ihre Tante wirklich verstorben war, vielleicht hätte sie ja noch einen schwachen Puls und eine flache Atmung. Daraufhin wurden Sanitäter und Notarzt aus Marchegg oder Hainburg zum Haus der Tante geschickt, die binnen Minuten eintrafen und die Nulllinie im EKG maßen. Schließlich stellte der Notarzt den Totenschein aus. Für Victoria und ihre Mutter eine große Erleichterung.

"Notarztstandort muss bleiben"

"Ich hatte wirklich schon Sorge, dass wir meine Tante in ihrem Garten liegen lassen müssen, bis der Hausarzt wieder im Dienst ist. Ich bin so froh, dass die Sanitäter und der Notarzt mir diese Sorge abgenommen haben", sagt Victoria im "Heute"-Gespräch.

Der Fall lässt Victoria mit Sorge auf die Diskussion um die Notarztstützpunkte in der Region blicken: "Politik und Gesundheitsminister: Bitte nehmt uns die Stationen Marchegg /Hainburg nicht weg. Wir brauchen sie so dringend. Ebenso soll ein Wochenende/Feiertagsdienst von Ärzten bereitgestellt werden. Denn ohne Totenschein vom Arzt kommt kein Bestatter. Und ohne Bestatter bleibt der Leichnam im Haus." Gerade im Sommer könne das für Angehörige zu einer zusätzlichen enormen Belastung werden.

VF,Akt. 10.09.2026, 09:45, 10.09.2026, 05:15