Bürgermeister will Antworten

"Akut gefährdet" – Streit um Rettungs-Heli eskaliert

Der Standort des Rettungshubschraubers Martin 3 sorgt für Wirbel in Scharnstein. Der Bürgermeister fordert jetzt öffentlich Antworten und Transparenz.
Oberösterreich Heute
14.07.2026, 04:00
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Der Notarzthubschrauber Martin 3 sorgt in Scharnstein (Bez. Gmunden) derzeit für Wirbel. Bürgermeister Rudolf Raffelsberger (ÖVP) meldete sich am Dienstag auf Facebook zu Wort und fordert Aufklärung: "Die Bevölkerung hat ein Recht auf Antworten!", schreibt der Ortschef.

Auslöser ist laut Raffelsberger die Kündigung des Pachtvertrags für den bestehenden Martin-3-Stützpunkt am Flugfeld Scharnstein durch den ASKÖ. Der derzeitige Standort sei damit "akut gefährdet".

"Es geht um die medizinische Versorgung der Menschen. Es geht um den Erhalt eines bewährten Rettungshubschrauberstandortes. Und es geht um volle Transparenz gegenüber der Bevölkerung", schreibt Raffelsberger. Sein Appell: "Der Rettungshubschrauber Martin 3 muss auch in Zukunft rasch und zuverlässig für die Menschen unserer Region einsatzbereit sein."

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Rund 1.000 Einsätze pro Jahr

Besonders "erklärungsbedürftig" sei für ihn die Rolle von SPÖ-Vizebürgermeister Maximilian Ebenführer. Dieser ist zugleich Bezirksvorsitzender des ASKÖ Salzkammergut und Vizepräsident des ASKÖ Oberösterreich.

Wie die "OÖN" berichten, liegt dem Konflikt ein Streit um den künftigen Standort zugrunde. Seit 2017 ist Martin 3 auf dem Flugplatz des ASKÖ-Flugsportvereins in Scharnstein stationiert. Der Hubschrauber fliegt rund 1.000 Einsätze pro Jahr und ist ein wichtiger Baustein der notfallmedizinischen Versorgung im Almtal und Salzkammergut.

Heli-Austria-Chef Roy Knaus halte die Basis laut Bericht aber für nicht mehr zeitgemäß, bei der Modernisierung hätte sich der ASKÖ finanziell beteiligen sollen. Dafür gab es vom gemeinnützigen Verein aber eine Absage.

Anwälte eingeschaltet

Die Lösung: ein neuer Stützpunkt auf der Wies am Bäckerberg. Aber auch das stößt auf Widerstand: Der Gemeinderat sprach sich mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und Grünen gegen den neuen Standort aus, die ÖVP enthielt sich. Über eine Umwidmung entscheidet allerdings nicht die Gemeinde, sondern das Land OÖ.

Mittlerweile ist der Streit sogar bei den Anwälten gelandet: Der ASKÖ-Flugverein soll Heli Austria via Anwalt die sofortige Kündigung des Pachtvertrags zugestellt haben. Als Grund habe der Verein ein angebliches Fehlverhalten des Unternehmens genannt. Knaus weist die Vorwürfe zurück, hat ebenfalls eine Anwältin eingeschaltet und sagt gegenüber den "OÖN": "Eigentlich bin ich froh darüber, dass jetzt auf diesem Weg eine Klärung herbeigeführt wird."

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