Der Wassermangel am Bodensee hinterlässt deutliche Spuren. Immer größere Uferbereiche liegen trocken, stellenweise ist auch die Schifffahrt beeinträchtigt. Insgesamt fehlen dem See rund 460 Milliarden Liter Wasser, wie "Focus" berichtet.
Wie ungewöhnlich niedrig der Pegel ist, zeigen Messungen aus Bregenz. Im bisherigen Jahresverlauf lag der Wasserstand durchschnittlich 39 Zentimeter unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Zeitweise waren es sogar 84 Zentimeter weniger als üblich.
Die Folgen sind vor allem entlang der Ufer sichtbar. Im Jahresdurchschnitt verlagerte sich die Wasserlinie um rund zwölf Meter Richtung Seemitte. Dadurch verringerte sich die Wasserfläche um etwa 17,5 Quadratkilometer, das gesamte Wasservolumen sank um rund ein Prozent.
Besonders betroffen ist der flache Untersee. Dort entstanden 2026 ausgedehnte Trockenflächen, auch der Schiffsverkehr musste eingeschränkt werden. Hält der Wassermangel länger an, könnten einzelne Bereiche zunehmend verlanden.
Am bis zu 251 Meter tiefen Obersee sind die Auswirkungen hingegen hauptsächlich an den Ufern zu erkennen.
Verantwortlich für die niedrigen Wasserstände sind vor allem fehlende Niederschläge und ausgetrocknete Böden. Dadurch gelangt weniger Wasser über Bäche und Flüsse in den See. Besonders geringe Regenmengen in den Bergen lassen die Zuflüsse schwächer werden.