Fünf-Punkte-Plan

"Alarmsignal" – Fast 1.000 Hitze-Tote in Österreich

Greenpeace schlägt wegen 995 Hitzetoten in Österreich Alarm und fordert von Kanzler Christian Stocker ein Klima-Sofortpaket mit mehr Hitzeschutz.
André Wilding
02.10.2026, 07:13
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: Laut aktuellen AGES-Zahlen forderten die Extremtemperaturen diesen Sommer 995 Hitzetote in Österreich – so viele wie noch nie. Anlässlich dieser Rekordbilanz hat Greenpeace um einen Termin bei Kanzler Stocker angefragt, um ihm ein Kondolenzbuch zu überreichen.

In diesem hatten Bürger bei einer Greenpeace-Gedenkaktion vor dem Bundeskanzleramt ihr Mitgefühl sowie ihre Wünsche für mehr Hitzeschutz festgehalten. Um die Bevölkerung künftig zu schützen, fordert die Umweltschutzorganisation von Kanzler Stocker ein Klima-Sofortpaket – inklusive einer Sanierungsoffensive sowie einer Renaturierungs-Milliarde für Städte und Gemeinden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Ruder in die Hand nehmen"

Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace Österreich: "Dieser Extremsommer hat 995 Menschen in Österreich das Leben gekostet. Das ist nicht nur tragisch, sondern ein klares Alarmsignal für die Politik. Doch statt Klimaschutz anzupacken und die Bevölkerung vor der Hitze zu schützen, war Klimaminister Totschnig kaum auffindbar."

Und weiter: "Die Menschen im Land müssen darauf vertrauen können, dass die Regierung die Klimakrise und Hitzewellen ernst nimmt. Daher muss Bundeskanzler Stocker das Ruder in die Hand nehmen und Hitzeschutz zur Chefsache erklären."

Fünf-Punkte-Plan

Damit die hohe Opferzahl dieses Sommers sowie die extreme Dürre in der Landwirtschaft und der drastische Wassermangel sich nicht wiederholen, fordert Greenpeace ein sofortiges Handeln der Politik. Das Klima-Sofortpaket umfasst fünf zentrale Säulen:

- Sanierungsoffensive: Klimaminister Totschnig muss die Menschen in ihren überhitzten Wohnungen unterstützen und deutlich mehr Geld für thermische Sanierungen bereitstellen. So kann gleichzeitig der Energieverbrauch reduziert und die Wohnungen hitzefit gemacht werden

- Notfall-Fördertopf statt fossiler Subventionen: Klimaschädliche, fossile Subventionen müssen beendet und öffentliche Gelder stattdessen in einen ausreichend dotierten Notfall-Fördertopf für kurzfristigen Hitzeschutz sowie für thermische Sanierung investiert werden.

- Stopp der Bodenversiegelung: Verbindliche Vorgaben für einen österreichweiten Netto-Null-Bodenverbrauch sind notwendig – denn intakte Böden speichern Wasser und schützen vor Überflutungen.

- Schutz der Wasserressourcen: Die Bundesregierung muss endlich gegen den übermäßigen Wasserverbrauch vorgehen und die im Regierungsprogramm versprochene, nationale Wasserstrategie einführen.

- Renaturierungs-Milliarde für grünere Städte: Die Ziele der EU-Renaturierungsverordnung müssen umgehend umgesetzt und der Grünanteil in Österreichs Städten erhöht werden. Bäume bringen dringend notwendige Kühlung in unsere heißen Städte. Die Bundesregierung muss eine zweckgebundene Renaturierungsmilliarde für Städte und Gemeinden bereitstellen.

wil,02.10.2026, 07:13