Beim Trinkwasser kommen in den nächsten Jahrzehnten hohe Kosten auf Österreich zu. Ein großer Teil der Leitungen unter unseren Straßen ist bereits seit vielen Jahrzehnten im Einsatz und muss nach und nach erneuert werden, das berichtet der ORF.
Roman Neunteufel von der Universität für Bodenkultur Wien hat anhand von Schätzungen der Wasserversorger zur Lebensdauer der Leitungen berechnet, wie groß der Sanierungsbedarf ist.
Das Ergebnis: "Was sich hier zeigt ist, dass zumindest nach der Modellrechnung bis zum Jahr 2050 in etwa die Hälfte aller Netze, die derzeit in Betrieb sind, erneuert werden sollte", sagt er im ORF.
Der Hintergrund: Ein Großteil der österreichischen Wasserleitungen wurde bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtet. Das Alter der Infrastruktur macht sich bemerkbar.
Alte Leitungen müssen nach Rohrbrüchen kostspielig repariert werden. Gleichzeitig geht laufend Wasser verloren. Im österreichweiten Durchschnitt sind es derzeit rund zehn Prozent.
Eine komplette Vermeidung solcher Verluste wäre laut dem Experten finanziell nicht machbar. Dafür müssten die Wassernetze bereits nach 20 Jahren vollständig erneuert werden.
Doch auch die tatsächlich notwendige Sanierung wird für die öffentliche Hand zur finanziellen Herausforderung. Für die Haushalte bedeutet das: Trinkwasser dürfte künftig mehr kosten.
"Angenehm ist, dass die Wasserkosten tatsächlich jetzt im Haushaltsbudget noch immer sehr, sehr, sehr klein sind. Selbst wenn es eine Preissteigerung geben wird, sollte das niemanden an den Rande des Ruins treiben", sagt Neunteufel im ORF.
Wie stark die Wasserpreise tatsächlich steigen könnten, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.