Trainingsanzug, Sonnenbrille, protzige Goldketten und eine große Klappe: Ali G ist zurück. 24 Jahre nach seinem Kultfilm "Ali G Indahouse" schlüpft der britische Komiker Sacha Baron Cohen erneut in seine legendäre Rolle.
Sein neues Kinoabenteuer "Ali G: Who Iz I?" hätte am 23. Oktober in Österreich starten sollen, doch er wurde nun ohne offizielle Begründung aus dem Verleih genommen. Fans reagieren enttäuscht und hoffen auf einen baldigen Streaming-Termin auf Amazon Prime.
Darum geht’s in der neuen Mockumentary: Mehr als zwei Jahrzehnte hat Ali G offenbar mit "Chillen, Kiffen und Bumsen" verbracht. Doch damit ist jetzt Schluss! Seine langjährige Freundin Julie (Morgana Robinson) ist schwanger – und das bereits im achten Monat. Für den notorischen Faulpelz beginnt damit der Ernst des Lebens. Statt auf der Couch herumzulungern, muss Ali G plötzlich Verantwortung übernehmen und Geld verdienen. Schließlich will der Nachwuchs versorgt werden.
Seine vermeintlich geniale Idee: Er reist nach Amerika, um an seinen längst verblassten Ruhm anzuknüpfen und ordentlich Geld zu machen. Doch der Ausflug wird gefährlicher als gedacht. Schon bald bekommt er es mit Gegnern zu tun, die nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seines ungeborenen Kindes bedrohen.
Seinen ersten Auftritt hatte Ali G bereits 1998 in der britischen Fernsehsendung "The 11 O'Clock Show". Als selbst ernannte "Stimme der Jugend" brachte er mit absurden Fragen und frechen Sprüchen seine Gesprächspartner regelmäßig aus der Fassung. Der Erfolg war gewaltig: Mit "Da Ali G Show" bekam Cohen seine eigene Sendung. 2002 folgte schließlich der Kinofilm "Ali G Indahouse", der die Figur endgültig zum Kult machte.
Für das neue Abenteuer setzte der "Borat"-Star auf besonders viel Geheimhaltung. Der Film wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit gedreht und erst offiziell angekündigt, als die Dreharbeiten bereits abgeschlossen waren. Für den Komiker ist es außerdem eine Premiere: Er führt erstmals selbst bei einem Kinofilm Regie.
Kritiker werfen Cohen jedoch vor, dass seine Kunstfigur mit ihrer überzeichneten Darstellung schwarzer und jamaikanischer Kultur heute problematischer sei als noch in den 1990er-Jahren. Die Organisation NewsCord startete sogar eine Kampagne, um Kinobetreiber von einer Vorführung abzuhalten. Auch die britische Kinokette Picturehouse erklärte, den Film derzeit nicht ins Programm aufnehmen zu wollen.