Der King of Pop sorgt auch 17 Jahre nach seinem Tod für Schlagzeilen: Nach dem Kinoerfolg von "Michael" soll eine Fortsetzung nun eines der umstrittensten Kapitel im Leben des Superstars beleuchten: die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson.
Das bestätigt ausgerechnet sein Neffe Jaafar Jackson, der seinen berühmten Onkel auf der Leinwand verkörpert. Im Gespräch mit "GQ Middle East" kündigt er an, dass der zweite Film deutlich tiefer in die kontroverse Vergangenheit des Popstars eintauchen soll.
"Ich denke, der zweite Film wird noch mehr Einblicke aus Michaels Perspektive geben", erklärt der junge Schauspieler. Die Vorwürfe seien bisher vor allem aus der Sicht anderer Personen erzählt worden. Die Familie des verstorbenen Weltstars ist überzeugt, dass Jacksons eigene Sicht auf die Ereignisse bisher zu wenig Beachtung gefunden habe. Genau das soll die Fortsetzung nun ändern.
Schon der erste Film hatte für heftige Diskussionen gesorgt. Kritiker warfen den Machern vor, die Missbrauchsvorwürfe weitgehend auszublenden. Medienberichten zufolge mussten während der Produktion aus rechtlichen Gründen sogar ganze Szenen gestrichen oder umgearbeitet werden. Auch kostspielige Nachdrehs sollen notwendig gewesen sein.
Regisseur Antoine Fuqua hatte bereits angekündigt, dass die Fortsetzung die dunklen Kapitel aus Jacksons Leben nicht zur Sensation machen werde. Vielmehr wolle er zeigen, wer der Superstar abseits der Bühne tatsächlich gewesen sei.
Die Anschuldigungen gegen Michael Jackson reichen bis ins Jahr 1993 zurück. Damals wurden erstmals Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs eines Minderjährigen öffentlich. Ein Zivilverfahren wurde 1994 außergerichtlich beigelegt.
2005 musste sich der Sänger erneut vor Gericht verantworten. Die Geschworenen sprachen ihn in allen Anklagepunkten frei. Doch auch nach seinem Tod im Jahr 2009 verstummten die Anschuldigungen nicht. Die Dokumentation "Leaving Neverland" sorgte 2019 weltweit für Aufsehen. Darin erhoben zwei Männer schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger.