Schummeln nicht erlaubt

KI-Einsatz bei Bestseller? Verlag wirft Star-Autor raus

KI statt eigener Worte? Bestsellerautor Thélyson Orélien soll beim Schreiben geschummelt haben. Jetzt zieht sein Verlag die Reißleine.
22.10.2026, 10:37
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Er galt als heißer Anwärter auf einen der wichtigsten Literaturpreise Frankreichs. Jetzt ist Bestsellerautor Thélyson Orélien seinen Verlag los. Der Grund: Sein Roman soll mithilfe Künstlicher Intelligenz entstanden sein.

Erst gefeiert, jetzt fallen gelassen! Der kanadisch-haitianische Schriftsteller Thélyson Orélien steckt mitten in einem handfesten Literaturskandal. Sein Bestseller "C'était ça ou mourir" sorgte bereits für Wirbel, weil Teile des Romans offenbar von einer KI stammen sollen. Nun zieht sein Verlag die Reißleine.

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Verlag findet KI-Spuren im Bestseller

Der kanadische Verlag Les Éditions du Boréal bestätigte am Mittwoch, dass beim Schreiben tatsächlich Künstliche Intelligenz zum Einsatz gekommen sei. Eine externe Untersuchung verschiedener Manuskriptfassungen habe entsprechende Spuren aufgedeckt.

Wie viel des Buches tatsächlich von der KI stammt, bleibt allerdings offen. Eine endgültige Antwort werde man wohl nie bekommen, heißt es vom Verlag. Die Zusammenarbeit mit Orélien wird jedenfalls beendet.

Der Autor hatte die Vorwürfe bisher stets bestritten. Laut Verlag blieb auch der Versuch erfolglos, gemeinsam mit ihm die Anschuldigungen zu entkräften. Weitere Informationen wollte Orélien schließlich nicht mehr liefern.

Erst Preis-Aus, jetzt Verlags-Aus

Besonders bitter: Oréliens Roman war ursprünglich für den renommierten französischen Literaturpreis Prix Goncourt im Rennen. Wegen der KI-Vorwürfe wurde das Buch jedoch von der Auswahlliste gestrichen. Experten vermuteten sogar, dass der Roman zu großen Teilen von einer KI verfasst worden sein könnte.

Jetzt gibt's sogar einen Literaturpreis für KI

Während Orélien seinen Verlag verliert, gehen drei französische Tech-Unternehmer einen völlig anderen Weg: Sie haben mit dem "Prix Pascal" einen eigenen Literaturpreis für Werke ins Leben gerufen, die gemeinsam mit Künstlicher Intelligenz geschrieben wurden.

Mitmachen dürfen französischsprachige Autoren aus aller Welt. Einsendeschluss ist der 30. November, die erste Preisverleihung soll Mitte Dezember stattfinden. Eine Jury und ein fixes Preisgeld gibt es allerdings noch nicht.

Die kuriose Pointe: Was dem einen Autor zum Verhängnis wird, könnte anderen schon bald einen Literaturpreis einbringen.

red, 22.10.2026, 10:37
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