Die EU verschärft den Kampf gegen Alkohol am Steuer. Ab dem Juli 2026 müssen alle neu zugelassenen Autos technisch für einen sogenannten "Alk-Lock" vorbereitet sein. Ziel ist es, die Zahl der Verkehrstoten deutlich zu senken.
Für viele Autofahrer ist die wichtigste Nachricht: Niemand muss künftig automatisch vor jeder Fahrt in ein Alkoholmessgerät pusten. Die neue Vorschrift verpflichtet Hersteller lediglich dazu, in Neuwagen einen Anschluss einzubauen, an die ein Alko-Lock angeschlossen werden kann, das berichtet das Portal wired.
Der eigentliche Alkohol-Interlock (das Gerät, das ein Wegfahren ab einem gewissen Alkoholpegel verhindert) muss nicht serienmäßig installiert werden. Die Fahrzeuge werden also nur technisch darauf vorbereitet.
Ein Alko-Lock kombiniert einen Alkomaten mit einer Wegfahrsperre. Vor dem Start muss der Fahrer in das Gerät blasen. Wird ein zu hoher Alkoholwert festgestellt, bleibt das Auto stehen. Das Fahrzeug lässt sich dann nicht starten.
Zum Einsatz kommen solche Systeme vor allem bei Personen, die bereits alkoholisiert am Steuer erwischt wurden. In diesen Fällen kann ein Gericht den Einbau und die Nutzung anordnen.
Mit der neuen Regelung verfolgt die EU ehrgeizige Ziele. Bis 2030 soll die Zahl der Verkehrstoten um mindestens 50 Prozent sinken. Langfristig wird sogar das Ziel von null Todesfällen im Straßenverkehr bis 2050 angestrebt.
Die Vorbereitung für Alkohol-Wegfahrsperren ist dabei nur eine von mehreren Maßnahmen. Bereits seit 2024 sind zahlreiche neue Sicherheitsvorgaben für Autos in Kraft. Dazu zählen etwa Geschwindigkeitsassistenten, Spurhalteassistenten und die sogenannte Blackbox im Fahrzeug, die Daten bei Unfällen aufzeichnet.
Auch weitere Neuerungen stehen bevor. So werden künftig adaptive Bremslichter vorgeschrieben. Diese können je nach Situation unterschiedlich stark aufleuchten und andere Verkehrsteilnehmer etwa vor einer Notbremsung warnen.