Mit diesem Echo hatte er nicht gerechnet. Weil einzelne Gäste des "Alibi"-Pub in Altrincham bei Manchester in England immer wieder Frauen belästigten, lag für Barbetreiber Carl Peters die Lösung auf der Hand: Kein Zutritt für Einzelpersonen ab 21 Uhr!
Ein entsprechendes Schild brachte er an der Tür an – und postete es auf seinen Social-Media-Kanälen. Die Botschaft, sinngemäß übersetzt: "Allein kommst du nicht rein!". Wer nach 21 Uhr Freunde treffen will, muss vor der Tür abgeholt werden.
Was wohl gut gemeint war, kam bei den Briten gar nicht gut an. Von der Lokalpresse ausgehend berichteten binnen weniger Tage Medien im ganzen Land über den "dreisten" Barbetreiber. Die Maßnahme, alleinstehende Gäste nicht mehr ins Pub zu lassen wurde als Angriff auf die Grundpfeiler des britischen Sozialsystems gewertet.
Denn: Wo, wenn nicht im Pub, sollte man mit (noch) Unbekannten ins Gespräch kommen? Auf Social Media schrieben viele Leute, ihre Ehepartner in einem Pub kennen gelernt zu haben – allein, an der Theke.
Rasch geriet Peters in Erklärungsnot. Wenn er Frauen vor Belästigung schützen wolle, warum mache er dann nicht einfach von seinem Hausrecht Gebrauch und wirft gezielt die Störenfriede, wenn sie nicht zur Einsicht kommen, hinaus?
Dann sagte er, es sei problematisch für das Personal, wenn es zu einem medizinischen Notfall komme und kein Begleiter da sei, der sich auskenne und helfen könne.
Schließlich fiel ihm zum Vorwurf, er würde alle Gäste unter Generalverdacht stellen, kein "Alibi" mehr ein – und zog die Maßnahme nach wenigen Tagen zurück. In einem Video auf Instagram entschuldigte er sich für den Ärger, den er ausgelöst hatte – und erklärte noch einmal in eigenen Worten, warum er die Maßnahme im Sinne der "Risikominimierung" spätnachts für wichtig und richtig gehalten hätte.