Russlands Behörden stellen die Bevölkerung auf einen teuren Winter ein. Die staatliche Qualitätskontrolle Roskatschestwo empfiehlt den Bürgern, sich noch vor den kommenden Monaten mit haltbaren Lebensmitteln einzudecken. Dazu zählen Nudeln, Getreideprodukte, Zucker, Mehl, Konserven, Öl, Tee und Kaffee. Bis zum Neujahr könnten die Preise deutlich steigen.
Schon jetzt wird die Teuerung spürbar. In sozialen Netzwerken zeigen Russen neue Preisschilder aus Supermärkten, wie "t-online" berichtet. Bei manchen Waren sollen die Preise innerhalb einer Woche nach den Wahlen um 15 bis 20 Prozent gestiegen sein. Für Aufsehen sorgten Tampons um 500 Rubel (5,20 Euro), die zuvor noch 350 Rubel (3,64 Euro) gekostet hatten. "Ich bin schockiert über diese Preise!", schrieb eine Frau. "Ich bereue, dass ich als Frau geboren wurde", kommentierte sie. "Ich bin einfach nur fassungslos!"
Auch die Regierung hat ihre Prognose nach oben korrigiert. Das Wirtschaftsministerium rechnet Ende 2026 mit einer Inflation von 6,8 Prozent – 1,6 Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Lebensmittel sollen heuer um 5,1 Prozent, Dienstleistungen um 9,4 Prozent teurer werden. Als wichtigen Treiber nennt das Ministerium die steigenden Kraftstoffpreise.
Bereits im August verteuerte sich Hähnchenfleisch im Jahresvergleich um 15,8 Prozent, Putenfleisch um 15,1 Prozent. Im September stiegen auch die Preise für Eier, Getreideprodukte, Fleisch, Margarine und Benzin weiter.
Auch Wasser, Heizung, Strom, Gas und Müllentsorgung werden teurer. Ab 1. Oktober steigen die Tarife landesweit im Schnitt um 9,9 Prozent, für 2027 ist ein weiteres Plus von elf Prozent vorgesehen.
Der Wirtschaftswissenschaftler Nikolai Kulbaka erklärt: "Am stärksten steigen die Preise für kommunale Dienstleistungen, Medikamente und öffentliche Verkehrsmittel. Diese Bereiche verteuern sich gerade erheblich."