Schon wenige Sekunden nach Beginn von Noam Bettans Auftritt schallten plötzlich "Stop Genocide"-Rufe durch die Halle.
Vor Ort wirkten die Zwischenrufe zunächst vergleichsweise leise, eigentlich gar nicht zu hören. Im TV-Signal des ORF waren sie allerdings deutlich wahrnehmbar.
Der Grund dafür dürfte technisch leicht erklärbar sein: Eine der protestierenden Personen soll sich direkt in der Nähe eines Saal-Mikrofons befunden haben, das den Publikumston für die Fernsehübertragung aufgezeichnet hat.
Nach mehrfacher Ermahnung griff schließlich die Security ein. Vier Personen wurden laut Informationen vor Ort aus der Halle verwiesen.
Im Vorfeld hatte der ORF bereits angekündigt, mögliche Buhrufe oder Proteste nicht künstlich aus der Übertragung entfernen zu wollen.
"Keinen Millimeter am Regler drehen", hieß es sinngemäß im Vorfeld. Und genau so kam es offenbar auch.
Die Zwischenrufe waren während der Live-Ausstrahlung klar hörbar, trotz der brisanten politischen Lage rund um Israels Teilnahme am ESC.
Für Verwunderung sorgt nun allerdings die Version auf dem offiziellen Eurovision-Youtube-Kanal. Dort sind die "Stop Genocide"-Rufe nämlich plötzlich nicht mehr zu hören.
Hat die European Broadcasting Union also nachträglich eingegriffen und die Zwischenrufe entfernt? Möglich wäre das durchaus.
Allerdings gibt es noch eine andere Erklärung: In der Vergangenheit verwendete die Eurovision online immer wieder Aufnahmen aus anderen Proben oder Jury-Durchläufen statt der tatsächlichen TV-Liveversion.
Dadurch könnten die Rufe schlicht nicht auf dem verwendeten Mitschnitt vorhanden gewesen sein.