Seit 50 Jahren prägt der Wohnpark Alt-Erlaa das Wiener Stadtbild. Rund 9.000 Menschen leben heute in der von Architekt Harry Glück geplanten "Stadt in der Stadt". Zum Jubiläum wird zurückgeblickt – gleichzeitig startet ein großes Sanierungsprojekt.
"Der Wohnpark Alt-Erlaa galt bei der Errichtung und gilt bis heute als wohnpolitisches Vorzeigeprojekt", sagt Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Das Konzept habe Freizeiteinrichtungen, Gesundheits- und Nahversorgung sowie eine gute Öffi-Anbindung miteinander verbunden. "Nun war es an der Zeit, Alt-Erlaa ins nächste Zeitalter zu bringen und das ist mit zahlreichen Maßnahmen zur Dekarbonisierung und thermischen Sanierung erneut gelungen."
Großzügige Grünflächen, Terrassen und Balkone, Gemeinschaftseinrichtungen und Vereine gehörten von Beginn an zum Konzept. Trotz der Größe soll Alt-Erlaa bis heute nicht als anonyme Großsiedlung wahrgenommen werden.
Wohnbaustadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ) bezeichnet den Wohnpark als "leuchtendes Beispiel für sozialen Wohnbau". Die Wohnzufriedenheit sei weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. "Durch die umfangreiche Sanierung und Dekarbonisierung wird der Wohnpark auch kommenden Generationen ein hochqualitatives leistbares Heim bieten können und an Attraktivität weiter dazugewinnen."
Zum 50. Geburtstag beginnt gleichzeitig eines der größten thermischen Sanierungsprojekte Österreichs. Insgesamt 3.182 Wohnungen in den Blöcken A, B und C werden saniert. Rund 25.000 Fenster sowie Terrassen- und Loggiatüren werden getauscht, Fassaden und Dämmungen erneuert.
Auch bei der Energieversorgung soll sich einiges ändern: 780 Tiefensonden werden bis zu rund 150 Meter tief in den Boden eingebracht. Dadurch soll künftig klimafreundlicher geheizt und gekühlt werden. Der Heizwärmebedarf soll um rund 50 Prozent sinken. Die Arbeiten sollen bis Ende 2028 abgeschlossen sein.
"Wir feiern heute 50 Jahre Alt-Erlaa und gleichzeitig legen wir den Grundstein für die nächsten 50 Jahre", sagt AEAG-Vorstand Paul Steurer. "Unser Ziel ist es, die besonderen Qualitäten des Wohnparks zu bewahren und gleichzeitig dort zu investieren, wo Weiterentwicklung notwendig ist."
Auch für Liesing ist Alt-Erlaa längst mehr als eine Wohnanlage. Bezirksvorsteher Gerald Bischof (SPÖ) sieht darin ein Beispiel dafür, "was gelingt, wenn innovative Ideen und eine starke Gemeinschaft zusammenkommen".
Alt-Erlaa in Zahlen:
➤ 50 Jahre
➤ rund 9.000 Bewohnerinnen und Bewohner
➤ rund 90 % Wohnzufriedenheit
➤ 3.182 Wohnungen werden thermisch saniert
➤ rund 25.000 Fenster sowie Terrassen- und Loggiatüren
➤ rund 103.000 m² Sanierungsfläche
➤ 780 Tiefensonden mit rund 150 Metern Tiefe
➤ rund 50 % weniger Heizwärmebedarf durch die thermischen Maßnahmen
AEAG-Vorstandsmitglied Roland Böhm will die Geschichte des Wohnparks fortschreiben: "Alt-Erlaa war vor 50 Jahren ein Vorzeigeprojekt, weil hier Wohnen neu gedacht wurde." Nun gehe es darum, die Qualitäten des Bestands zu erhalten und gleichzeitig Antworten auf Klimaschutz und Energieeffizienz zu finden.