Es sind Bilder, die sich bei Millionen Menschen eingebrannt haben: Am 11. September 2001 entführten Terroristen des islamistischen Netzwerks al-Qaida vier Passagierflugzeuge. Zwei davon wurden in die Türme des World Trade Centers in New York gesteuert. Fast 3.000 Menschen kamen bei den Anschlägen in den USA ums Leben.
25 Jahre später stellt das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) am Wiener Heldenplatz nun eine ganz persönliche Frage: "Welche Erinnerungen hast du an den 11. September 2001?" In der neuen interaktiven Web-Ausstellung "Mitreden! Deine Erinnerungen an 9/11" können Menschen ihre eigenen Erlebnisse und Gedanken festhalten. Neben der Erinnerung an den Tag selbst fragt das Museum: "Wie hat sich dein Leben durch die Anschläge verändert?" und "War 9/11 eine Zeitenwende?"
Teilnehmer können ihre Antworten einsprechen und mit anderen teilen. Eine eigens für das Museum entwickelte, abgeschlossene künstliche Intelligenz transkribiert und übersetzt die Beiträge. Bevor diese veröffentlicht werden, werden sie vom Team des Museums geprüft.
Auch Direktorin Monika Sommer steuert ihre eigene Erinnerung bei. "Das Haus der Geschichte Österreich erzählt österreichische Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven. Dazu gehört auch der Blick auf internationale Ereignisse, die Spuren in Österreich hinterlassen haben. Viele Menschen erinnern sich bis heute daran, was sie am 11. September 2001 gemacht haben – ich auch. Meine persönlichen Erinnerungen an diesen Tag teile ich in der interaktiven Web-Ausstellung. Ich freue mich besonders, dass wir damit eine weitere Möglichkeit schaffen, das hdgö von überall aus zu nutzen und persönliche Erfahrungen beizutragen", so Sommer.
9/11 veränderte nicht nur die USA. Der folgende amerikanische "Krieg gegen den Terror", Kriege und politische Maßnahmen hatten weltweit weitreichende Folgen. Auch zahlreiche nach den Anschlägen eingeführte oder verschärfte Sicherheitsmaßnahmen prägen den Alltag bis heute.
Mit dem Projekt will das Wiener Museum nun festhalten, wie Menschen diese historische Zäsur persönlich erlebt haben. Dabei geht es nicht nur um Erinnerungen an jenen Dienstag vor 25 Jahren, sondern auch um die Frage, welche Spuren der 11. September bis heute im Leben der Menschen hinterlassen hat.