Wer sich heuer auf weiße Weihnachten freut, sollte am Montag einen Blick aus dem Fenster werfen. Denn ausgerechnet das Wetter zu Allerseelen soll laut einer alten Bauernregel einen Hinweis darauf geben, wie die Feiertage ausfallen. Und dabei spielt nicht etwa Schnee die entscheidende Rolle, sondern Regen.
Schon unsere Vorfahren beobachteten das Wetter am 2. November ganz genau. Der Allerseelentag galt als wichtiger Anhaltspunkt für die kommenden Winterwochen. Besonders zwei überlieferte Sprüche beschäftigen sich mit den Temperaturen rund um Weihnachten. Einer davon lautet: "Um Allerseelen kalt und klar, macht auf Weihnacht alles starr".
Dahinter steckt die Vorstellung, dass ein besonders kalter und wolkenloser Allerseelentag auf frostige Weihnachtsfeiertage hindeutet. Wer sich also eisige Temperaturen zu Weihnachten wünscht, müsste sich nach dieser Regel über einen sonnigen, aber bitterkalten 2. November freuen.
Eine zweite Bauernregel sieht die Sache etwas anders: "Der Allerseelentag drei Tropfen Regen mag". Nach altem Volksglauben deutet Niederschlag am 2. November auf eher milde und wechselhafte Weihnachtsfeiertage hin. Regen und graue Wolken gelten demnach keineswegs als schlechtes Zeichen.
Allerdings bedeutet eisige Kälte zu Weihnachten nicht automatisch, dass auch Schnee liegt. Bei extrem niedrigen Temperaturen sind die Chancen auf Schneefall oft geringer als bei Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt.
Und was bedeutet das nun für heuer? Das Wetter am Allerseelentag zeigt sich in Österreich überwiegend von seiner trüben Seite.
In vielen Regionen halten sich am Montag dichte Wolken und Nebelfelder. Besonders vom Burgenland über die Steiermark bis nach Unterkärnten sowie im niederösterreichischen Bergland fällt stellenweise Regen.
In höheren Lagen mischt sich ab etwa 900 bis 1.300 Metern auch Schnee darunter. Wer auf Sonnenschein hofft, hat vor allem im Westen Österreichs bessere Chancen.
Dazu weht vom Weinviertel bis ins Südburgenland ein teils lebhafter Nordwind. In den übrigen Landesteilen bleibt es meist schwach windig. Die Temperaturen erreichen maximal 4 bis 10 Grad.
Geht es nach der alten Bauernregel, könnte das wechselhafte Wetter am Montag auf eher milde und unbeständige Weihnachtsfeiertage hindeuten. Ein besonders strenger Wintereinbruch rund um den Heiligen Abend wäre demnach weniger wahrscheinlich.
Doch bei aller Vorfreude auf Weihnachten gibt es einen Haken: Wissenschaftlich lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Wetter am 2. November und jenem zu Weihnachten nicht nachweisen.
Die Bauernregeln beruhen auf jahrhundertealten Überlieferungen und sind keine verlässlichen Wetterprognosen. Ob Österreich heuer tatsächlich weiße Weihnachten erlebt, lässt sich daraus also nicht ableiten.