Noch einmal Sonne tanken und Temperaturen über 20 Grad genießen: Der Oktober zeigt sich derzeit von seiner freundlichen Seite. Doch die neuesten Wetterberechnungen deuten auf einen deutlichen Umschwung hin. Ausgerechnet zum Gallustag am Freitag, dem 16. Oktober, könnte eine jahrhundertealte Bauernregel wieder aktuell werden.
"St. Gallen lässt den Schnee fallen" – diese bekannte Bauernregel ist eng mit dem 16. Oktober verbunden und weist darauf hin, dass ab Mitte Oktober jederzeit mit den ersten winterlichen Wetterlagen gerechnet werden muss.
Angesichts der zuletzt milden Temperaturen schien Schnee noch weit entfernt. Doch laut Wetterexperte Dominik Jung zeigen aktuelle Modellberechnungen, dass sich die Wetterlage in den kommenden Tagen deutlich verändern könnte.
Bereits am Freitag soll sich der Herbst vielerorts von seiner ungemütlichen Seite zeigen. In zahlreichen Regionen ist mit dichtem Nebel zu rechnen. Wo der Himmel nachts aufklart, kann es erstmals Bodenfrost geben.
Am Wochenende könnte sich die Wetterlage weiter zuspitzen. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Nordatlantik soll kalte Luft aus Skandinavien nach Deutschland lenken. Dabei dreht der Wind auf Nord und die Temperaturen gehen deutlich zurück.
Während zuletzt noch Werte um 22 Grad erreicht wurden, könnten die Höchsttemperaturen vielerorts auf nur noch 10 bis 12 Grad sinken. In Regionen, in denen sich der Nebel besonders hartnäckig hält, sind sogar einstellige Temperaturen möglich.
Innerhalb weniger Tage wäre das ein Temperaturrückgang von rund zehn Grad.
Besonders in höheren Lagen könnte sich der Wetterumschwung bemerkbar machen. Die aus Norden heranströmende Kaltluft könnte sich an den Alpen stauen. Oberhalb von etwa 1.500 Metern wäre dann bereits der erste Schnee möglich.
Für Wanderer bedeutet das, dass sie sich auf veränderte Bedingungen einstellen müssen. Wege, die zuletzt noch problemlos begehbar waren, könnten durch Schnee deutlich schwieriger werden. Ob und wo tatsächlich Schnee fällt, hängt allerdings von der weiteren Entwicklung der Wetterlage ab.
Auch nach dem Wochenende könnte die Abkühlung weitergehen. Erste Wettermodelle zeigen für Ende Oktober die Möglichkeit eines Vorstoßes polarer Kaltluft. Sollte sich diese Entwicklung bestätigen, könnten sogar die höchsten Gipfel der deutschen Mittelgebirge die ersten Schneeflocken abbekommen.
Noch ist diese Prognose allerdings mit Unsicherheiten verbunden. Gerade bei Vorhersagen über einen längeren Zeitraum können sich die Berechnungen deutlich verändern.
Fest steht: Die aktuellen Wettermodelle deuten für Deutschland auf einen markanten Temperaturrückgang hin.
Ob die Bauernregel vom Gallustag tatsächlich mit dem ersten Schnee zusammenfällt, bleibt abzuwarten. In den Alpen könnte es jedenfalls bald winterlich werden.
Wer die milden Oktobertage noch auskosten möchte, sollte die Gelegenheit nutzen. Denn statt Temperaturen über 20 Grad könnten schon bald Nebel, Frost und deutlich kühlere Tage den Ton angeben.