Über dem Nordatlantik hat sich ein besonders kräftiges Sturmtief zusammengebraut, das jetzt mit voller Wucht auf Island trifft. Der isländische Wetterdienst hat für das gesamte Land Warnungen ausgegeben, diese gelten von Mittwoch in der Früh bis Donnerstagfrüh. Wie 20min.ch berichtet, sind die Auswirkungen bereits deutlich spürbar.
Vor allem in den Westfjorden und im Nordwesten gilt die zweithöchste Warnstufe Orange – dort schneit und graupelt es ununterbrochen. Für den Rest des Landes wurde zumindest die Warnstufe Gelb ausgerufen, da starker Wind und Regen erwartet werden. Im Süden rechnen die Meteorologen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 15 und 25 Metern pro Sekunde – das sind bis zu 90 Kilometer pro Stunde im Dauerbetrieb, in Böen kann es noch deutlich mehr werden.
Besonders auffällig ist der extrem niedrige Kerndruck dieses Tiefs. Laut den Prognosen soll der Wert am Mittwochnachmittag nahe der Südostküste rund 936 Hektopascal erreichen. Meteorologe Einar Sveinbjörnsson erklärt, dass in Island im Oktober bisher nur einmal überhaupt ein Wert unter 940 Hektopascal gemessen wurde – damals auf den Westmännerinseln.
Die Wetterexperten sprechen bei so einer rasanten Entwicklung von einem Bombenzyklon. Das ist dann der Fall, wenn der Luftdruck im Zentrum eines Tiefs innerhalb von 24 Stunden um mindestens 24 Hektopascal fällt. Über dem Nordatlantik kommt das regelmäßig vor, wenn kalte Polarluft auf relativ warmes Meerwasser trifft.
Die Behörden raten dringend davon ab, am Mittwoch unterwegs zu sein. Wer trotzdem reisen muss, sollte sich unbedingt auf Safetravel.is über die aktuelle Straßen- und Wettersituation informieren und die eigenen Pläne anpassen. Auch lose Gegenstände im Freien solltest du sichern, damit sie nicht vom Sturm davongetragen werden. Wie das isländische Blatt "Morgunblaðið" berichtet, wird wegen der Wetterlage sogar ein Teil der Ringstraße gesperrt.
Auch der Flugverkehr ist von Einschränkungen betroffen. Besonders problematisch ist laut Safetravel.is der Abschnitt zwischen Akureyri und Bifröst sowie das Hochland.
Da die Temperaturen in weiten Teilen Islands unter dem Gefrierpunkt liegen, fällt ein Großteil des Niederschlags als Schnee. Die Prognosen gehen in vielen Regionen von 20 bis 50 Zentimetern Neuschnee aus – in höheren Lagen und auf den Gletschern könnte noch mehr zusammenkommen.
Besonders gefährlich ist die Kombination aus Schnee und Sturm: Selbst dort, wo zunächst wenig Schnee liegt, können Böen innerhalb kürzester Zeit hohe Schneeverwehungen aufhäufen und die Sicht fast komplett nehmen.