Blutige Tragödie in einem deutschen Seniorenheim! Ein 72-jähriger Bewohner soll am Freitagabend (16. Oktober) im St. Vitus-Stift in Olfen (Nordrhein-Westfalen) drei Mitbewohnerinnen mit einem Messer attackiert haben.
Zwei weitere Frauen wurden schwer verletzt, eine von ihnen schwebte zeitweise in Lebensgefahr.
Der mutmaßliche Täter wurde noch am Tatort festgenommen. Warum er auf die drei Seniorinnen losging, ist bislang völlig unklar.
Die schrecklichen Szenen spielten sich am Freitagabend gegen 19 Uhr in der Cafeteria des Seniorenzentrums im Münsterland ab. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei griff ein 72-jähriger Deutscher mehrere Mitbewohnerinnen mit einem Messer an.
Eine 86 Jahre alte Frau erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie noch in der Cafeteria starb. Auch eine 81-Jährige und eine 83-Jährige wurden durch die Attacke schwer verletzt.
Kurz nach 19 Uhr ging der Notruf ein. Wenig später rückten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst mit einem Großaufgebot zur Einrichtung aus.
Die Rettungskräfte kämpften um das Leben der verletzten Seniorinnen. Vor dem Pflegeheim landeten gleich zwei Rettungshubschrauber. Eine der Frauen wurde mit einem Hubschrauber in die Universitätsklinik Münster gebracht. Auch die zweite Schwerverletzte kam zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Besonders kritisch war zunächst der Zustand der 83-Jährigen. Sie erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Am Samstagmorgen gab es vorsichtig positive Nachrichten: Nach Angaben eines Polizeisprechers konnte die Frau vorerst stabilisiert werden.
Zur gesundheitlichen Entwicklung der 81-Jährigen lagen zunächst keine weiteren Einzelheiten vor.
Nach der Messerattacke zog sich der mutmaßliche Angreifer offenbar in sein Zimmer im Seniorenzentrum zurück. Dort konnten ihn die alarmierten Polizisten widerstandslos festnehmen. Nach Angaben der Ermittler bestand für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Die Polizei Münster hat inzwischen eine Mordkommission eingerichtet. Auch die Staatsanwaltschaft ist in die Ermittlungen eingebunden.
Warum der 72-Jährige auf seine Mitbewohnerinnen losgegangen sein soll, ist derzeit unbekannt. Die Ermittler müssen unter anderem klären, in welcher Beziehung der Tatverdächtige zu den drei Frauen stand und wie er an das verwendete Messer gelangte. Auch die genauen Abläufe innerhalb der Cafeteria sind noch Gegenstand der Untersuchungen.
Der Verdächtige soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Welche strafrechtlichen Vorwürfe ihm im Detail gemacht werden, war zunächst nicht bekannt.
Bei dem Tatort handelt es sich um das St. Vitus-Stift in Olfen, eine Einrichtung in Trägerschaft der Stadt. Nach Angaben des Betreibers leben dort 77 pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren. Dem Zentrum ist außerdem ein Bereich für betreutes Wohnen mit 36 barrierefreien Wohnungen angeschlossen. Zusätzlich gibt es Wohngruppen für Menschen mit Demenzerkrankungen.
Die tödliche Messerattacke hat damit einen Ort getroffen, an dem ältere Menschen eigentlich Betreuung und Sicherheit finden sollen. Während die 83-Jährige nach der Stabilisierung weiter medizinisch versorgt wird, konzentrieren sich die Ermittler auf die Hintergründe der Tat.
Die zentrale Frage bleibt vorerst offen: Warum griff ein Bewohner des Seniorenzentrums drei andere Menschen mit einem Messer an?