"Die waren so hartnäckig"

"Amore unter Palmen"-Star Charly verlor 340.000 Euro

Ein niederländisches Vater-Sohn-Duo soll hinter internationalen Betrugsdeals stecken. Auch ein verstorbener ATV-Star verlor dabei 340.000 Euro.
André Wilding
15.09.2026, 09:39
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89 Bitcoins und insgesamt 340.000 Euro Verlust: Der mittlerweile verstorbene Charly, bekannt aus der ATV-Sendung "Amore unter Palmen", wurde laut Anklage gleich zweimal Opfer sogenannter Rip-Deals. Nun landete ein 27-jähriger Niederländer in Wien vor Gericht.

Sein ebenfalls beschuldigter Vater war bei dem Prozess nicht dabei. Gegen ihn besteht ein Haftbefehl, er ist weiterhin flüchtig.

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64 Bitcoins gegen Falschgeld

Die vermeintlichen Geschäfte wirkten für die Opfer zunächst lukrativ. Bitcoins sollten gegen hohe Bargeldsummen getauscht werden. Auch Charly ließ sich darauf ein.

"Die waren so hartnäckig", heißt es in einer früheren Einvernahme des ATV-Darstellers, die beim Prozess verlesen wurde.

Im Juni 2017 traf er sich in Italien in einem Lokal am Meer mit vermeintlichen Geschäftsleuten. Dort übertrug er 64 Bitcoins und sollte dafür 240.000 Euro in bar erhalten. Bei dem Geld handelte es sich jedoch um Falschgeld.

Nur wenige Monate später folgte ein weiterer Deal. Im September 2017 verlor Charly in einem Hotel in Amsterdam weitere 25 Bitcoins beziehungsweise 100.000 Euro.

Insgesamt umfasst die Anklage vier Opfer.

Vater weiterhin flüchtig

Die Staatsanwaltschaft macht laut Anklage ein niederländisches Vater-Sohn-Duo für die Betrugsmasche verantwortlich. Beim Prozess saß allerdings nur der heute 27-jährige Sohn vor Gericht.

"Das Mastermind dieser Delikte sitzt leider nicht hier", wird die Staatsanwältin in der "Kronen Zeitung" zitiert.

Der Vater ist wegen eines Haftbefehls flüchtig. Laut seinem Verteidiger Klaus Ainedter würde er sich nur bei freiem Geleit stellen.

Der Sohn hingegen stellte sich den Behörden. Sein Verteidiger Simon Häussler betont gegenüber der "Krone": "Er hat sich selbst gestellt. Er ist freiwillig bei der niederländischen Polizei angetanzt."

Freispruch bei Deals mit ATV-Star

Der 27-Jährige wurde schließlich in zwei Anklagepunkten wegen schweren Betrugs und Falschgeld zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt. Zudem muss er den Opfern 118.500 Euro zahlen, heißt es in dem Bericht.

Bei den beiden Deals mit Charly wurde der Angeklagte hingegen freigesprochen. Der ATV-Darsteller hatte ihn auf Polizeifotos nicht zweifelsfrei wiedererkannt und die Wahrscheinlichkeit mit 70 Prozent angegeben.

Verteidiger Klaus Ainedter wandte sich dazu an die Schöffen. "In Wahrheit ist das gar nichts. Das ist ein Bauchgefühl. Aber Sie müssen für eine Verurteilung ganz sicher überzeugt sein", wird er in der "Krone" zitiert.

Bei den beiden Betrugsfällen zum Nachteil des verstorbenen ATV-Stars reichten die Beweise für eine Verurteilung des 27-Jährigen damit nicht aus.

wil,15.09.2026, 09:39
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