Arbeitslosigkeit steigt

AMS-Zahlen alarmieren: Mehr Arbeitslose, weniger Jobs

Ende Juni waren in Niederösterreich 44.284 Personen arbeitslos gemeldet – um 4,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Victoria Carina  Frühwirth
05.07.2026, 06:30
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Die Lage am niederösterreichischen Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Ende Juni 2026 waren 44.284 Personen beim AMS arbeitslos vorgemerkt. Das sind um knapp 2.000 Menschen mehr als im Juni des Vorjahres. Inklusive Schulungsteilnehmer waren sogar über 54.000 Niederösterreicher auf Jobsuche.

Arbeitslosenquote bei 6,3 Prozent

Gleichzeitig geht auch die Beschäftigung leicht zurück. Der Bestand an unselbständig Beschäftigten lag Ende Juni geschätzt bei 663.000 Personen – ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote in Niederösterreich beträgt aktuell 6,3 Prozent. Österreichweit liegt sie bei 6,9 Prozent.

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Besonders bitter: Auch die Zahl der freien Jobs sinkt deutlich. Aktuell sind beim AMS 12.604 offene Stellen gemeldet. Das sind um 13,6 Prozent weniger Stellen als im Juni 2025. Auch am Lehrstellenmarkt gibt es weniger Angebot: 908 offene Lehrstellen bedeuten ein Minus von 11,9 Prozent.

Immer mehr Frauen arbeitslos

AMS-NÖ-Chefin Sandra Kern verweist darauf, dass seit Jahresbeginn bereits 44.580 Jobsuchende wieder ins Berufsleben gestartet sind. Zudem seien 38.522 gemeldete Stellen besetzt worden. "Unser Ziel bleibt klar: Für möglichst viele Arbeitsuchende rasch das passende Angebot – Job, Qualifizierung oder individuelle Unterstützung", so Kern.

Der Anstieg trifft Frauen stärker als Männer. Bei Frauen legte die Arbeitslosigkeit um 7,3 Prozent zu, bei Männern um 2,1 Prozent. Auch Personen ab 50 Jahren sind stärker betroffen. Bei Jugendlichen bis 24 Jahre gibt es hingegen ein kleines Minus von 1,6 Prozent.

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Trifft Gesundheitsbereich und Wissenschaft

Nach Branchen fällt der Anstieg besonders bei wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, im Gesundheits- und Sozialwesen, in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Warenherstellung auf. Im Bau sowie bei Verkehr und Lagerei steigt die Arbeitslosigkeit hingegen weniger stark als im NÖ-Schnitt.

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"Die Menschen sollen nicht in der Arbeitslosigkeit verwaltet, sondern so rasch wie möglich wieder in eine dauerhafte Beschäftigung gebracht werden", so FP-Landesrätin Susanne Rosenkranz. Sie fordert Reformen und mehr Planungssicherheit für Betriebe. Nur wenn Unternehmen wieder investieren und die Produktion anläuft, könnten Qualifizierungen ihre volle Wirkung entfalten.

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