Ein Fahrer war gerade dabei, auf einem Firmengelände in Bergheim (Salzburg) Leergut abzuholen, als er in einer Bierkiste ein Nest mit fünf Amseln entdeckte. Die Vogeleltern waren durch die Aufräumarbeiten so verschreckt, dass sie nicht mehr zurückkamen. Deshalb brachte der aufmerksame Mann die kleinen Vögel zum Tierschutzhof Pfotenhilfe. Dort werden die fünf Amsel-Babys jetzt gewärmt und gefüttert, bis sie groß genug sind, um selbstständig zu fliegen – genauso wie viele andere Vogelwaisen, die jedes Frühjahr dort landen.
„Leider ist es nicht selbstverständlich, dass Finder von Tierwaisen Verantwortung übernehmen, weshalb ich diesem Tierfreund sehr dankbar bin“Johanna StadlerPfotenhilfe-Chefin
Besonders in Städten sind Vogeleltern beim Nestbau oft sehr erfinderisch. Das kann ihnen aber auch Probleme bereiten. Immer wieder bauen sie ihre Nester zum Beispiel in Dachrinnen hoch oben. Wenn es im Nest zu eng oder zu heiß wird, kann es passieren, dass einzelne Küken tief auf harten Boden stürzen.
"Diese Amseleltern haben sich sehr viel Mühe gegeben und unter dem Nest die Kiste mit Moos und Holz aufgefüllt. Vogelküken dürfen aber – abgesehen von solchen skurrilen Spezialfällen – nur gerettet werden, wenn sie ernsthaft in Gefahr sind, also teils oder ganz nackt aus dem Nest fallen oder etwa bei ersten Flugversuchen durch Katzen bedroht werden. Man muss bedenken, dass dabei immer Familien auseinandergerissen werden", erklärt Stadler weiter.
„Wildtiere gehören nicht in Menschenhand und müssen nach erfolgreicher professioneller Aufzucht mit Herz und Hirn schrittweise wieder ausgewildert werden“
Von etwa Februar bis Mitte Oktober landen allerhand kleine Tierwaisen am Tierschutzhof der Pfotenhilfe in Lochen. Dort werden verschiedenste Vogel- und Säugetierarten betreut.