Tierisches Drama in der Stmk

Angriff auf Störche mit Küken! Wurden sie vergiftet?

Nach einer dramatischen Rettung in Krottendorf-Gaisfeld kämpfen Experten um das Leben vergifteter Störche und ihrer Küken.
02.06.2026, 08:52
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Vor wenigen Tagen wurden Gernot Marhold, der Chef vom Bauhof in Krottendorf-Gaisfeld, und seine zwei Kollegen Andreas Pölzl und Matthias Spielhofer zu einem dramatischen Einsatz gerufen. "Der Anrainer des Storchennestes hat mich angerufen, weil er gesehen hat, wie ein Altstorch zu seinen Jungtieren geflogen und dort plötzlich umgekippt ist." Der Storch blieb dann regungslos liegen, die Flügel hingen unnatürlich über den Rand des Horsts.

Marhold und seine Mitarbeiter fuhren mit einer Hebebühne zum Nest, in dem auch zwei Küken waren. Wie kleinezeitung.at berichtet, passierte dann Unerwartetes: "Plötzlich ist der Storch mit letzter Kraft aus dem Nest geflogen und am Ufer der Kainach abgestürzt", erzählt Marhold. Während Pölzl und Spielhofer die zwei Küken retteten, machte sich Marhold auf die Suche nach dem Altstorch. Laut Storchenbetreuer Josef Haberl dürfte es sich dabei um das Muttertier handeln. Schließlich meldete sich eine Spaziergängerin, die mit ihrem Hund unterwegs war und den Storch am Ufer der Kainach entdeckt hat.

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"Ich bin mit einem Handtuch durch die Kainach durch und habe den Storch an Land gebracht", schildert Marhold, der sofort den Storchenexperten Haberl kontaktierte. "Er hat uns vor zwei Jahren sehr unterstützt, als wir das Nest neu gemacht haben", sagt Marhold.

„Anhand der vorgefundenen Situation war klar, dass es sich wahrscheinlich um akute Schwäche aufgrund einer Vergiftung handelt“

Haberl erzählt weiter: "Es war kein Erscheinungsbild einer klassischen Vergiftung mit Rattengift vorhanden. Der eine Storch hat dieses unbekannte Gift wahrscheinlich mit Futtertieren aufgenommen." Bei der ersten Untersuchung zeigte sich, dass nicht nur der Altstorch Lähmungserscheinungen hatte, sondern auch eines der Küken. Während sich das andere Küken altersgemäß verhielt und selbstständig fraß, mussten die beiden anderen per Hand gefüttert werden. "Sie wurden umgehend dem Tierarzt Manfred Brandl gebracht", so Haberl. Da das kranke Muttertier zum Füttern der beiden größeren Küken ausfällt, wurden alle drei Tiere in die Storchenstation Tillmitsch gebracht.

Immer wieder vergiftet?

Schon am 4. Mai wurde laut Haberl in St. Martin am Wöllmißberg ein toter Storch ohne sichtbare Verletzungen gefunden. "Ob es hier Zusammenhänge gibt, wird man nie erfahren und man kann nur hoffen, dass keine weiteren Störche Gift aufnehmen", betont der Storchenbetreuer. Das gesunde Küken aus dem aktuellen Fall wird jedenfalls auf der Storchenstation Tillmitsch aufgezogen und später ausgewildert. Mittlerweile gibt es dort sechs weitere Küken unterschiedlichen Alters, die gerettet, aufgezogen und dann fachgerecht in die Freiheit entlassen werden. "Alle Tiere werden ihr weiteres Storchenleben ohne Menschenbezug führen", unterstreicht Haberl.

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