Die Amsel kommt in weiten Teilen Europas, Nordafrikas und Asiens vor. In Österreich zählt sie zu den anpassungsfähigsten Brutvögeln und besiedelt nahezu alle Lebensräume – vom Tiefland bis zur Waldgrenze sowie vom Dorf bis ins Stadtzentrum. Das Leben in den urbanen Gegenden hat allerdings so seine Schattenseiten.
Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit steht die Amsel (Turdus merula) im Siedlungsraum vor großen Herausforderungen. Sterile Gärten, Gebäudesanierungen und die zunehmende Bodenversiegelung lassen Brutplätze und Nahrungsquellen schwinden. Gleichzeitig erschweren Trockenperioden und Pestizideinsatz die Nahrungssuche nach Würmern, Schnecken und Insekten.
Zusätzliche Gefahren sind Straßenverkehr, Glasflächen und freilaufende Hauskatzen. Auch das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus setzt den Beständen zu und hat mancherorts bereits deutliche Populationseinbrüche verursacht.
Infiziert sich eine Amsel mit dem Usutu-Virus, kann sie krank werden und innerhalb weniger Tage sterben. Typische Anzeichen sind Teilnahmslosigkeit, aufgeplustertes Gefieder und fehlende Fluchtreaktionen. Viele Tiere werden aber tot aufgefunden, ohne dass zuvor Symptome bemerkt wurden.
Im Frühjahr und Sommer stehen vor allem tierische Eiweiße auf dem Speiseplan: Würmer, Schnecken und Insekten. Im Herbst und Winter werden Beeren und Früchte wichtiger. An Futterstellen nehmen Amseln gerne Rosinen (ungeschwefelt und gerne eingeweicht) oder in Fett getränkte Haferflocken an.
Der Gesang der Amsel besteht aus ruhigen, melodischen Strophen mit flötenden Elementen und beginnt oft schon im Februar. Daneben verfügt sie über ein vielfältiges Rufrepertoire – vom warnenden "Tixen" bis zu lautem Alarmgeschrei bei Gefahr.
Der Naturschutzbund und "Tierisch engagiert", eine Initiative von Fressnapf, freuen sich über jedes Vogelbild, das auf der Citizen-Science-Plattform www.naturbeobachtung.at oder der gleichnamigen App geteilt wird. Damit trägt man zur Erforschung der gefiederten Freunde bei.
Gelegentlich treten Amseln mit weißen Gefiederpartien oder vollständig weißem Gefieder auf. Die Ursache ist Leuzismus, eine Störung der Pigmentbildung. Solche "Scheckenamseln" sind besonders in Städten häufiger zu beobachten, da sie dort trotz ihrer auffälligen Färbung bessere Überlebenschancen haben als in natürlichen Waldlebensräumen.