Polizei ist informiert

Anrainer in Gemeindebau: "Jugendliche bedrohen uns!"

"Wir trauen uns nicht mehr raus": Bewohner klagen über Morddrohungen, Übergriffe und nächtlichen Lärm. Seit Jahren hoffen sie auf Hilfe.
22.10.2026, 05:30
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Im Gemeindebau in der Franklinstraße 20 in Floridsdorf liegen die Nerven blank. Seit rund zweieinhalb Jahren sollen Kinder und Jugendliche bei den Bewohnern für Ärger sorgen. Nächtlicher Lärm, üble Beschimpfungen und sogar körperliche Übergriffe sollen an der Tagesordnung stehen.

"Im Sommer können wir die Fenster nicht einmal mehr öffnen", klagt Brigitte (63). Die Gruppe nehme den Innenhof regelmäßig bis spät in die Nacht mit lauter Musik und Krach in Beschlag. Doch laut den Bewohnern bleibt es nicht beim Lärm.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bewohnerin mit Roller angefahren

Erst Anfang Oktober sei Brigitte von einem Kind mit einem Roller angefahren worden. "Ich bin gegen einen Mistkübel gestürzt und habe zahlreiche blaue Flecken am Arm davongetragen,   danach bin ich auch noch verspottet worden.": erzählt die 63-Jährige.

Auch von wüsten Beschimpfungen und Drohungen berichten die Bewohner. "Ihr werdet sowieso alle sterben", sollen die Kinder und Jugendlichen ihnen zugerufen und dabei eine Halsabschneider-Geste gemacht haben. Ein Mann mit Gehhilfe sei ebenfalls von einem Kind angefahren worden und gestürzt. Danach sei auch er ausgelacht worden. Die Bewohner vermuten, dass die Zusammenstöße mit den Rollern absichtlich herbeigeführt wurden.

FPÖ fordert Konsequenzen

Unterstützung bekommen die Bewohner von FPÖ-Wohnbausprecher Michael Niegl. "Der Schein eines beschaulichen Gemeindebaus trügt", erklärt der Politiker beim Lokalaugenschein. Er spricht von massiven Problemen mit Gewalt und Bedrohungen und kritisiert, dass Wiener Wohnen und die Polizei aus seiner Sicht nicht ausreichend handeln würden.

"Die Stadt Wien muss hier mit absperrbaren Toren und strengem Vorgehen reagieren, die Bewohner fühlen sich im Stich gelassen", so Niegl. Mit mehr Polizeipräsenz und einem konsequenten Vorgehen gegen strafbare Übergriffe wäre den Bewohnern schon viel geholfen, sagt er weiter. Beschwerden dieser Art würden seine Partei aus Gemeindebauten in ganz Wien erreichen.

Wiener Wohnen kennt Probleme

Wiener Wohnen sind die Beschwerden bekannt. Diese betreffen vor allem Lärm, Roller- und E-Scooter-Fahrten, Fußballspielen sowie hausfremde Personen im Innenhof. Laut Wiener Wohnen wurden bereits das Nachbarschaftsservice Wohnpartner, Ordnungsberater und die Grätzlpolizei eingeschaltet.

Bei Verstößen gegen die Hausordnung seien schriftliche Verwarnungen und in schweren Fällen sogar gerichtliche Kündigungen möglich. Voraussetzung sei allerdings, dass die Verantwortlichen eindeutig identifiziert werden können. Für Bedrohungen und körperliche Übergriffe sei hingegen die Polizei zuständig. Der Forderung nach absperrbaren Hoftoren erteilt Wiener Wohnen eine Absage.

Laut Polizei nur eine Anrainerbeschwerde

Laut den Beamten sei der Bereich rund um den Bahnhof Floridsdorf und den nahegelegenen Skaterpark ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche. Auch aufgrund von mehreren Schulen in der Franklinstraße sei dort täglich viel los. Im Sommer habe eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen wiederholt für Unruhe gesorgt und eine Anrainerbeschwerde ausgelöst. Durch regelmäßige Fußstreifen und Polizeipräsenz habe sich die Lage jedoch beruhigt.

red, 22.10.2026, 05:30