Ansturm auf Parndorf? Das sagt der Handelschef

Handelschef Rainer Trefelik (Archivbild) 
Handelschef Rainer Trefelik (Archivbild) Alexandra Eizinger / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com
In einem Gespräch mit "Heute" sprach Handelsobmann Rainer Trefelik über die Handelsschließung, eine mögliche Lockdown-Verlängerung und den CoV-Gipfel. 

Anders als Wien und Niederösterreich, die aufgrund der angespannten Lage auf den Intensivstationen noch bis zum 2. Mai im Lockdown verharren, hat sich das Burgenland anders entschieden. Das Bundesland wird den bis 18. April geltenden "harten" Lockdown nicht verlängern. Stattdessen setzt der Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wieder auf Öffnungsschritte, wie er am Mittwoch offiziell bestätigte. 

Das bedeutet: Schon am kommenden Montag, dem 19. April, werden Schulen, körpernahe Dienstleister und auch der Handel wieder aufsperren dürfen. Letzterer sehr zu Freuden der Branchenvertreter. In einem Gespräch mit "Heute"äußerte sich der Handelsobmann der WKO, Rainer Trefelik, unter anderem zur Handelsöffnung im Burgenland.

"Schwierige Situation" 

Gleich zu Beginn sagte er, dass es sich bei der Öffnung des Handels im Burgenland um eine "extrem schwierige Sache" handele. Aus der "burgenländischen Sicht" sei die Entscheidung nachvollziehbar. "Für die gesamte Region ist das aber natürlich wahnsinnig schwierig", schätzt Trefelik die Lage ein. Mit der Öffnung des Handels in dem Bundesland öffnet auch Parndorf seine Tore für Besucher wieder.  Und damit "eine der größten überregionalen Shopping Destinationen" Österreichs, zu der es Menschen aus dem ganzen Land verschlägt.

Es wird befürchtet, dass auch Wiener und Niederösterreicher, die sich eigentlich an strenge Ausgangssperren zu halten haben, zum Shoppen nach Parndorf reisen könnten - trotz des Lockdowns. Aus dem Innenministerium gab es daher auch schon entsprechende Warnungen. Wer im Rahmen einer Kontrolle erwischt wird, hat mit harten Strafen zu rechnen. (Alles zu den Kontrollen hier >>)

 "Als Händler wünsche ich Parndorf gute Umsätze. (..) Ich kann nicht sagen, ich will nicht, dass sie gute Umsätze haben – das wäre ja pervers."

Ein Ansturm auf das Shopping-Paradies sei wohl kaum vermeidbar. In Anbetracht der Tatsache, dass Parndorf "eine der größten überregionalen Shopping Destinationen" in Österreich ist, ist der Handelsobmann kein großer Fan des "Auseinanderreißens" der Ostregion. Die Situation sei "sehr herausfordernd". 

Handel kein Treiber der Pandemie

Auf die Frage, was er sich von dem morgigen Corona-Gipfel erwartet, hielt sich Trefelik relativ bedeckt. Einen von Virologen – wie etwa Norbert Nowotny – empfohlenen zweiwöchigen Lockdown würde er aber aus Sicht des Handels nicht begrüßen.

 "Grundsätzlich spreche ich mich immer für offene Geschäfte aus."

Viele Berichte und Studien hätten gezeigt, dass der Handel nämlich nicht Treiber der Pandemie sei. Hier fänden aufgrund der Schutzkonzepte keine Ansteckungen statt. Die geschlossenen Geschäfte würden sich daher auch nicht in der Entwicklung der Zahlen niederschlagen – da es hier auch nicht zu Infektionen kommt. 

"Die Probleme mit den Infektionen sind in anderen Bereichen, nicht im Handel", erläutert der Handelsobmann. 

Daher sei es auch "unverständlich, warum die Händler als Symbol für die Schließung zahlen müssen". Dennoch könne er nachvollziehen, dass die entstandene Gesamtsituation "sehr schwierig und komplex" sei und es für die Regierung daher am einfachsten sei, den Handel zu schließen. "Aber das bringt nichts – das sieht man ja auch", betont Trefelik erneut. 

Erneute Lockdown-Verlängerung für Osten?

Eine weitere Lockdown-Verlängerung für den Osten schließe der Handelsobmann allerdings aus: "Das kann ich mir nicht vorstellen." Zwar sei von Anfang an klar gewesen, dass die sogenannte Handelsruhe nicht nur vier Tage dauern werde, doch von einer erneuten Verlängerung gehe er nicht aus. "Das war einfach von Beginn weg eine Hängepartie, die von Beginn weg nicht ehrlich kommuniziert wurde", übt Trefelik Kritik.

Wegen der Rückmeldungen der Virologen und der Berichte der vergangenen Tage könne sich der Handelsobmann nicht vorstellen, "dass nach Mai noch irgendein Verständnis dafür da ist, den Handel zuzusperren in irgendeiner Region".

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