Manche Probleme können offenbar ganz einfach sein – zumindest in der Welt von Roland Ludomirska.
Nach seinem umstrittenen Auftritt in der "Villa der Versuchung" meldet sich der Österreicher auf Instagram zu Wort und verteidigt seine Einstellung zu Geld, Egoismus und finanzieller Unterstützung.
Schon in der Show hatte Roland mit einer bemerkenswerten Gesellschaftstheorie für Diskussionen gesorgt. Seiner Meinung nach seien Menschen heutzutage sogar "zu wenig egoistisch". Sein Motto: "Wenn jeder auf sich schaut, ist auf jeden geschaut."
Jetzt legt der 57-Jährige nach.
Ausgangspunkt ist sein Streit mit Annika Hoenig. Sie hatte Rolands Egoismus-Philosophie besonders getroffen, weil ihr schwer erkrankter Ehemann Heinz Hoenig in der Vergangenheit auf finanzielle Unterstützung angewiesen war. Für seine medizinische Versorgung wurden Spenden gesammelt.
Roland hält von solchen Aufrufen offenbar wenig.
"Ich bin zurzeit auch in Geldnot, ich hab auch kein Geld", gesteht der ehemalige "Crazy Cheese"-Boss zunächst überraschend. Trotzdem würde er nach eigenen Angaben niemals auf die Idee kommen, einen Spendenaufruf zu starten.
Auch in ein Format zu gehen und darauf zu hoffen, dass ihm dort jemand etwas spendet, komme für ihn nicht infrage.
Seine Erklärung für den Umgang mit finanziellen Problemen fällt denkbar einfach aus: "Jeder hat Probleme. Wir haben alle unsere Probleme."
Und dann folgt jener Satz, der seine gesamte Philosophie wohl am besten zusammenfasst: "Tja, kämpfen, arbeiten. Dann habt's ein Geld."
Eine bemerkenswert einfache Rechnung.
Denn dass zahlreiche Menschen arbeiten, teilweise sogar mehrere Jobs haben und trotzdem finanziell kaum über die Runden kommen, lässt Rolands Theorie außen vor. Auch Schicksalsschläge, Krankheit oder andere Situationen, in denen Menschen unverschuldet in finanzielle Schwierigkeiten geraten, finden in seiner Ansage wenig Platz.
Genau darauf weist nun auch Annika hin.
"Bei Roland ist halt das Problem, dass er in seiner Bubble vergisst, dass es zig Leute da draußen gibt, die in der normalen Arbeitswelt tätig sind", erklärt sie auf Instagram. Diese Menschen würden arbeiten – "und haben am Ende immer noch zu wenig".
Eine kleine Spitze gegen Roland kann sie sich ebenfalls nicht verkneifen: "Wenn es deiner Firma gerade nicht so gut geht, würde ich auch kleinere Brötchen backen."
Der Seitenhieb sitzt. Schließlich wurden erst vor wenigen Wochen Konkursverfahren über zwei Gesellschaften hinter Rolands "Crazy Cheese"-Marke eröffnet. Roland selbst spricht nun zusätzlich von persönlicher Geldnot.
Auch in den Kommentaren stößt seine Argumentation auf Kritik. Eine Nutzerin erinnert daran, dass im Fall von Heinz Hoenig niemand zum Spenden gezwungen worden sei. Menschen hätten freiwillig geholfen, weil sie helfen wollten.
Roland bleibt trotzdem bei seiner Einstellung. Schon in der Villa erklärte er stolz: "Ich bin ein Egoist."
Nach seinem neuesten Statement kennt man nun offenbar auch das finanzielle Rezept dazu: kämpfen, arbeiten – und dann ist das Geldproblem gelöst.
Wenn es doch nur immer so einfach wäre.