Es ist einer der Orte, an dem die Auswirkungen der Teuerung direkt spürbar sind. Lokalaugenschein im Sozialmarkt in der Ullreichstraße in der Donaustadt. Die Regale sind gefüllt mit Waren aller Art. Wonach die Menschen hier am häufigsten greifen, sind die Grundnahrungsmittel.
Während Lebensmittel zum täglichen Bedarf gehören, bleiben viele andere Wünsche auf der Strecke. Ein Urlaub etwa ist für viele kaum mehr finanzierbar.
So wie für Elisa (31, Name der Redaktion bekannt). Die junge Mutter schiebt ihren Kinderwagen durch den Markt und überlegt genau, was sie einkauft. Ein richtiger Urlaub komme für sie derzeit nicht infrage.
"Es ist noch nicht fix, aber es gibt nur Pläne für einen Mini-Urlaub. Maximal fünf Tage gehen sich aus."
Dass das Geld knapper wird, spürt sie deutlich. "Wenn ich nicht verheiratet wäre und mein Mann keinen Vollzeit-Job hätte, dann wäre es noch schlimmer. Das Leben wäre einfach nicht leistbar."
Deshalb ist sie froh über das Angebot des Sozialmarktes. "Ich bin dankbar, dass ich so eine Möglichkeit habe und günstiger einkaufen kann."
Sogar die kleinen Freuden des Lebens bleiben für Elisa oft unerreichbar: "Schokolade ist extrem überteuert. Ich kauf die eher, wenn ich sehe, dass sie in Aktion ist. Mittlerweile ist es wirklich nicht normal, wie die Preise steigen."
Noch ist Elisa in Karenz. Bald möchte sie wieder arbeiten gehen. Würde sie mehr Geld zur Verfügung haben, wüsste sie sofort, wofür sie es ausgeben würde: "Noch ein paar Tage Urlaub."
Auch Alaui (80) und seine Frau zählen zu den Kunden des Sozialmarktes. Trotz ihres Alters arbeiten beide noch, um über die Runden zu kommen.
"Würden Sie sagen, Sie kommen mit dem Geld, das Sie haben, gut aus?" Auf diese Frage antwortet der Pensionist knapp: "Nein."
"Wir arbeiten, also ich und meine Frau. Seit zwei Jahren. Wir bekommen keine Hilfe."
Auch die beiden achten beim Einkauf auf jeden Euro. Zusätzlich kaufen sie nur gelegentlich in Diskont-Supermärkten ein. Für die Enkel wird eisern gespart: "Wir arbeiten wegen der Kinder.“