Mit dem feierlichen Spatenstich am Donnerstag fiel der Startschuss für eines der größten Bildungsprojekte Wiens. Auf dem ehemaligen Nordwestbahnhof-Areal bei der Rebhanngasse in Wien-Brigittenau entsteht bis 2028 ein neuer Bildungscampus, der Teil des neuen Stadtquartiers in der Brigittenau wird.
Geplant sind ein zwölfgruppiger Kindergarten, eine Volks- und Mittelschule mit insgesamt 33 Klassen sowie acht sonderpädagogische Bildungsräume. Dazu kommen eine Musikschule, Kreativ- und Therapieräume sowie großzügige Bewegungsflächen.
Insgesamt stehen künftig rund 14.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung: "Rund 1.600 Kinder und Jugendliche finden hier einen Ort zum Lernen, Spielen und Zusammenwachsen. Ich freue mich besonders, dass ein neuer Stadtteil von Beginn an die Bildungsinfrastruktur bekommt, die er braucht", so Vizebürgermeisterin und Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos).
Umgesetzt wird das Projekt nach dem sogenannten "Campus plus"-Modell. Dabei kommen Kindergartengruppen und Schulklassen in gemeinsamen Bildungsbereichen, den sogenannten BIBER, zusammen und verbringen Teile ihres Alltags miteinander.
"Es freut mich sehr, dass wir mit dem erfolgreichen 'Campus plus'-Modell weitermachen und auch hier am Nordwestbahnhof die räumliche Basis für altersübergreifende Zusammenarbeit und zeitgemäßes Lernen schaffen", betont Andrea Trattnig, Abteilungsleiterin der MA 56 (Schulen).
Der Nordwestbahnhof ist mit 44 Hektar Fläche das letzte große innerstädtische Entwicklungsgebiet Wiens. Mit dem Bildungscampus beginnt nun die erste Umsetzungsphase des neuen Stadtteils: "Auf diesem Areal entsteht Schritt für Schritt ein lebendiges Quartier für tausende Menschen. Mit dem Bildungscampus setzen wir den ersten Baustein – und beginnen bewusst dort, wo Zukunft entsteht: bei Bildung, Begegnung und jungen Menschen", so Silvia Angelo, Vorständin ÖBB-Infrastruktur AG.
Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt die Stadt große Ziele. Die Stromversorgung soll weitgehend über eine Photovoltaikanlage erfolgen. Geheizt und gekühlt wird mit Erdwärme und Bauteilaktivierung. Zusätzlich sind Fassadenbegrünungen vorgesehen, die das Mikroklima verbessern und für zusätzliche Verschattung sorgen sollen.
"Der Bildungscampus Nordwestbahnhof folgt einer zeitgemäßen pädagogischen Ausrichtung und erfüllt gleichzeitig höchste bauliche Ansprüche. Die Integration kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien und erneuerbarer Energiesysteme war uns dabei besonders wichtig", hebt Stadtbaudirektor Bernhard Jarolim hervor.
Den Kindern und Jugendlichen stehen künftig zwei moderne Turnsäle, ein begrünter Innenhof sowie zahlreiche Terrassen zur Verfügung. Die Turnsäle sollen am Abend auch von Vereinen genutzt werden können. Die Musikschule erhält einen eigenen Eingang und wird im zweiten Obergeschoß untergebracht.
Auch Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) freut sich über das Projekt: "Das Nordwestbahnhofareal verbindet die getrennten Bezirkshälften zu einem neuen klima- und familienfreundlichen Stadtteil – unterstützt von einem modernen Bildungsbau, der die besten Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen sichert und zum lebendigen Raum für die ganze Nachbarschaft wird."