Erschöpftes Personal

Arbeiter verweigern Dienst – Louvre bleibt geschlossen

Da Angestellte ihren Dienst verweigerten, blieb der Louvre am Montag geschlossen. Auslöser war der Unmut über Überfüllung und Personalmangel.
16.06.2025, 20:59
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Am Montagmorgen standen zahlreiche Interessierte, die den Louvre in Paris besuchen wollten, vor verschlossenen Türen: Das am häufigsten besuchte Museum weltweit wegen der Erschöpfung seines eigenen Personals geschlossen. Dieses hatte den Betrieb lahmgelegt.

Der spontane Angestelltenprotest brach bei einem Routinetreffen aus. Die Angestellten, die für Tickets und Sicherheit zuständig sind, weigerten sich aufgrund von angeblich unkontrollierbaren Besucherzahlen und chronischem Personalmangel, ihren Dienst anzutreten. Eine Gewerkschaft sprach von nicht hinnehmbaren Arbeitsbedingungen.

Selbst Mona Lisa braucht "mal einen Tag frei"

Um 10.30 Uhr hätten laut einer Gewerkschaftsvertreterin Gespräche zwischen Angestellten und der Museumsverwaltung begonnen, die bis zum Nachmittag angedauert hätten. Mit Stand früher Nachmittag war das Museum weiterhin geschlossen.

Auch die Menschen, die auf Einlass warteten, beschwerten sich über die Lage. "Hier draußen herrscht das Stöhnen der Mona Lisa", sagte der 62-jährige Kevin Ward aus Milwaukee in den USA, der wie Tausende andere Besucher in Schlangen am Museum wartete. "Tausende Leute warten, keine Kommunikation, keine Erklärung", sagte er. Er schätzte, dass selbst die Mona Lisa – das im Museum untergebrachte berühmteste Werk von Leonardo da Vinci – "mal einen Tag frei" brauche.

Es kommt selten vor, dass der Louvre nicht für Besuchende aufmacht. Passiert ist das im Krieg, während der Coronavirus-Pandemie und bei Streiks wie 2019 wegen Überfüllung und 2013 wegen Sicherheitsbedenken. Doch so etwas wie am Montag ist besonders außergewöhnlich: Touristen säumten den Platz des Museums, Eintrittstickets in der Hand – ohne genau zu verstehen, warum der Betrieb einfach eingestellt worden war.

30.000 Besuchende am Tag

Im Zentrum des Trubels im Louvre steht immer die Mona Lisa – ein Gemälde aus dem 16. Jahrhundert, das die Menschenmassen anlockt. Jeden Tag quetschen sich etwa 20.000 Menschen in die Salle des États, den größten Saal des Museums, um ein Selfie mit der rätselhaften Frau aus dem Gemälde zu machen. Die Mona Lisa selbst steckt dabei hinter Schutzglas. Das Geschehen im Saal ist häufig laut. "Du siehst keine Malerei", sagte Ji Hyun Park aus Seoul. "Du siehst Telefone. Du siehst Ellbogen. Du spürst Hitze. Und dann wirst du rausgeschoben."

Im vergangenen Jahr kamen 8,7 Millionen Besucherinnen und Besucher in den Louvre – das ist mehr als das Doppelte der einst vorgesehenen Menge. Auch wenn die tägliche Besucherzahl auf 30.000 beschränkt wird, kommen die Angestellten nach eigenen Angaben täglich an ihre Grenzen. Es gebe zu wenig Pausenbereiche, zu wenig Toiletten und der Treibhausgas-Effekt der Pyramide verstärke die Hitze im Sommer.

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