190 Arbeitsplätze betroffen

Ardo-Schließung – jetzt eskaliert Streit um Sozialplan

Beim Tiefkühlkonzern Ardo (NÖ) droht der Streit um den Sozialplan zu eskalieren. Auch die sechste Verhandlungsrunde brachte keine Einigung.
31.10.2026, 08:29
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die Stimmung beim Tiefkühlkonzern Ardo in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) wird immer angespannter. Das Werk soll im Sommer 2027 endgültig schließen, 190 Beschäftigte sind betroffen. Doch bei den Verhandlungen über einen Sozialplan für die Mitarbeiter gibt es weiterhin keine Einigung. Auch die sechste Gesprächsrunde ist gescheitert, das berichtet der ORF.

"Die Angebote, die wir bekommen, sind eines Sozialplans nicht würdig", kritisiert Betriebsrat Dietmar Breiner. Auch die Gewerkschaft PRO-GE zeigt sich enttäuscht. Das jüngste Angebot des Unternehmens sei lediglich "minimal nachgebessert" worden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Betriebsrat droht mit Schiedsgericht

Weil die Verhandlungen kaum Fortschritte bringen, erhöht der Betriebsrat nun den Druck. Der Arbeitgeberseite wurde bereits ein Antrag auf Errichtung einer Schlichtungsstelle übergeben.

"Entwickeln sich die Verhandlungen nicht bald in die richtige Richtung, werden wir vor ein Schiedsgericht ziehen", kündigt Breiner an.

Besonders sauer stößt dem Betriebsrat auf, dass die belgische Konzernführung bei den Gesprächen nicht persönlich vertreten ist. Die österreichische Geschäftsführung führe zwar die Verhandlungen, habe laut Breiner aber "quasi keine Entscheidungsmacht".

Stattdessen müsse während der Gespräche immer wieder Rücksprache mit der Konzernzentrale in Belgien gehalten werden. Das verzögere die Verhandlungen zusätzlich.

Ardo weist Vorwürfe zurück

Das Unternehmen sieht die Situation anders. Das österreichische Team verfüge über ein "umfassendes Verhandlungs-Mandat" und sei eng mit der Konzernzentrale abgestimmt, erklärt ein Sprecher.

Man wolle die Gespräche "weiterhin engagiert fortsetzen", um den betroffenen Mitarbeitern möglichst rasch Klarheit über ihre Zukunft zu geben.

Protest vor dem Werk geplant

Für die Beschäftigten geht das Zittern damit weiter. Am Montag sind eine Betriebsversammlung und eine Betriebsratssitzung vorgesehen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 6. November angesetzt.

Für den 9. November kündigte der Betriebsrat zudem eine Kundgebung vor dem Werk an. Neben den Beschäftigten sollen auch Bauern und weitere Betroffene an dem Protest teilnehmen.

mrr, Akt. 31.10.2026, 08:34, 31.10.2026, 08:29